Vertrauensverlust allgegewärtig

Der jährlich erstellte Vertrauensbarometer des Studienbüros GfK wurde in Brüssel vorgestellt. Im Vergleich zum Vorjahr büßten viele Berufsgruppen, aber auch Behörden und öffentliche Institutionen Vertrauen ein.

Nur bei den Medizinern ist das anders. Das Vertrauen in die Ärzte steigt leicht. Ihnen vertrauen 91 Prozent der Belgier. Angehörige der Feuerwehr führen bei den Belgiern weiterhin als Helden das Vertrauensbarometer an. 

Lehrer, Postbedienstete, Richter und auch die Streitkräfte verlieren im Vertrauensbarometer an Boden. Geringstes Vertrauen genießen die Politiker. Hierzu befragt, gaben weniger als 17 Prozent an, den Politikern vertrauen zu können. Nur wenig besser schneiden Werber und Marketingverantwortlichen ab.

Auffallend ist auch, dass das Vertrauen in Rechtsanwälte, Journalisten, Beamte und die Gewerkschaften ebenfalls deutlich rückläufig ist.

Für das Vertrauensbarometer wurden Anfang März knapp über 1000 Personen im ganzen Land befragt. Die Fehlerquote der Umfrage liegt bei 3,16 Prozent. Die Studie belegt, dass Wallonen noch misstrauischer sind als Flamen.

Schuld am allgemeinen Misstrauen ist die Krise, glaubt Mark Hofmans von GfK: „Verursacht wird dieses Phänomen vom Kontext: Finanzkrise, Wirtschaftskrise, soziale und politische Krise. Die Menschen sind es einfach leid!“

Obschon die Umfrage noch vor dem Missbrauchskandal um den zurückgetretenen Bischof von Brügge stattfand, vertraut nur ein Drittel der Bevölkerung den Priestern.