Frei nach Verfahrensfehler

Zwei Bandenmitglieder, die des Waffenhandels beschuldigt werden, mussten wegen Verfahrensfehlern frei gelassen werden. Ihre Untersuchungshaft war vor kurzem verlängert worden, ohne dass ihre Anwälte in die Akten einsehen durften.

Die Anwälte haben die Freilassung ihrer Mandanten der französischsprachigen Zeitung Le Soir mitgeteilt.

Die Verdächtigen sollen Teil einer 11-köpfigen belgisch-albanesischen Bande aus Waffenhändlern sein. Im Februar war die Bande hochgenommen worden.

Die elf Männer waren wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Organisation, illegalen Waffenbesitzes und Waffenhandels festgenommen worden.

Ihre Untersuchungshaft war in den letzten drei Monaten mehrmals verlängert worden. Als jedoch zwei von ihnen vor zwei Wochen vor den Haftrichter treten mussten, lief alles schief.

"Die Akten waren nicht in der Gerichtskanzlei, so dass wir sie nicht einsehen konnten", betont Nicolis, der Rechtsanwalt einer der beiden betroffenen Verdächtigen.

"Der Haftrichter ließ deshalb meinen Mandanten und einen weiteren Mann frei."

Die Staatsanwaltschaft ging in Berufung. Der Fall kam vor die Berufungsinstanz in Brüssel. Wieder war jedoch die Akte weg, so dass die Verdächtigen definitiv frei gelassen wurden.