Nachrichtendienst auf Hacker angesetzt

Der militärische Nachrichtendienst warnt vor Hackern, die regelmäßig in Computernetzwerke der Regierung eindringen, wie das flämische Wirtschaftsblatt De Tijd meldet.

"Unsere Analysen zeigen, dass regelmäßig versucht wird, in die Computernetzwerke der Regierung einzudringen", lässt der militärische Geheimdienst über Verteidigungsminister Pieter De Crem mitteilen.

Die Hacker versuchten, an vertrauliche Informationen zu kommen oder ganze Computersysteme lahm zu legen.

Die Attacken der Hacker werden auch stets komplexer und es wird immer komplizierter, sie zu lokalisieren. Welche Länder oder Terrororganisationen dahinter stecken, ist also nur schwer nachzuvollziehen.

Es ist zudem schwierig, ihnen etwas nachzuweisen. Es gebe deutliche Hinweise, aber die Quellen und tatsächlichen Motive seien kaum zu beweisen, so De Crem.

Ziemlich viele Attacken kommen aus China. Es ist aber schwierig zu beweisen, dass die chinesischen Behörden dazu einen Auftrag erteilt haben. China hat jedenfalls großes Interesse an Belgien, schreibt De Tijd, weil unser Land eine wichtige Rolle in Afrika spielt und weil sich hier die wichtigsten Institutionen der EU und der Nato befinden.

Computer Emergency Response Team

Schon bald sollen deshalb beim militärischen Geheimdienst vier zusätzliche Fachleute auf die Hacker angesetzt werden.

Belgien hat seit September letzten Jahres ein eigenes Computer Emergency Response Team. Zu diesem gehört auch der militärische Geheimdienst. Das Team ist allerdings noch im Aufbau.

Das Team analysiert alle Attacken auf Computersysteme unserer Regierung und von Unternehmen, die bestimmte Infrastrukturen verwalten, zum Beispiel im Bankenbereich und bei der Energieversorgung in unserem Land.

Andere europäiche Länder sind beim Schutz ihrer Computernetzwerke schon viel weiter. Bei den Briten wurde letztes Jahr ein Office of Cyber Security eingerichtet und Frankreich hat eine Agence Nationale de la Sécurité des Systèmes d'Information, die rund 250 Mitarbeiter zählt.