Belgiens Handelsdefizit verdreifacht

Das belgische Handelsdefizit hat sich innerhalb von nur einem Jahr verdreifacht. Im Februar 2010 wurde ein Defizit von 657 Millionen € konstatiert. Im Februar des Vorjahres lag das Defizit noch bei „nur“ 213 Millionen €, wie die flämische Tageszeitung De Morgen am Mittwoch berichtete.

Nach Angaben des belgischen Rechnungshofes ist der Anstieg des Handelsdefizits auf den stark rückläufigen Export von Autos zurückzuführen.

Die Fahrzeugausfuhr aus Belgien sank innerhalb eines Jahres um 15,2 %. Einige Autohersteller, vor allem die Konzerne Ford, GM-Opel und die VAG-Gruppe mit dem Marken VW und Audi, unterhalten in Belgien Montagewerke. Doch der Export von hier hergestellten Autos brach zum Beispiel nach dem Abebben der Schrottprämie in Deutschland merklich ein.

Dem entgegen stieg der allgemeine Export aus Belgien allerdings um 13 % auf 16,2 Milliarden €. Aber, auf der anderen Seite nahm auch der Import von Waren und Gütern zu und zwar auf Jahresbasis um 15,9 % auf jetzt 16,8 Milliarden €. Der Export ging wieder aufgrund starker Nachfrage aus Amerika und Asien nach oben. Doch der rasch ansteigende Import sorgt für einen weiteren Anstieg des allgemeinen Handelsdefizits in Belgien.
 

Export: Erfolge und Stagnation

Das Erstarken der belgischen Ausfuhr unterscheidet sich je nach Handelspartner, wie De Morgen feststellt. Der Export in Richtung Amerika - im Besonderen in die USA - stieg letztes Jahr um 65 %.

Auch die Ausfuhr nach Asien ging rasant in die Höhe, wobei besonders die Märkte in China (+ 86 %) und Indien (+ 143 %) auffallen. Hier fallen besonders Diamanten aus Belgien ins Gewicht.

Doch im gleichen Atemzug stockte der Export in europäische Länder im vergangenen Jahr und blieb bei einem leichten Plus von 3,7 % stecken. Die Ausfuhr nach Frankreich, traditionell einer der wichtigsten Handelspartner unseres Landes, ging sogar leicht zurück.