Hausdurchsuchung bei Fortis-Bank

Die Staatsanwaltschaft hat am Donnerstag eine Hausdurchsuchung am Hauptsitz von Fortis in Brüssel und auch an einigen anderen Orten durchgeführt. Das Privathaus von Spitzenmanager Filip Dierckx wurde ebenfalls durchsucht.

Laut der Zeitung De Standaard stünden die Hausdurchsuchungen in Zusammenhang mit Ermittlungen wegen möglicher Irreführung der Aktionäre kurz vor dem Zusammenbruch der Bank im Herbst 2008.

Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass die Anteilseigner nach der Übernahme des niederländischen Geldinstituts ABN-Amro vor fast drei Jahren getäuscht worden seien. In den Folgemonaten soll Fortis zudem seine Geschäftsergebnisse geschönt haben, so dass die Aktionäre sogar noch dazu ermutigt wurden, weitere Aktien zu kaufen. Dies geschah kurz bevor Fortis 2008 in der Bankenkrise zusammenbrach.

Die Ermittlungen laufen bereits seit Oktober 2008, angeklagt wurde bislang aber niemand.

Am Donnerstag griffen die Ermittler schließlich ein und führten Hausdurchsuchungen durch. So wurde auch das Haus der heutigen Nummer 2, Filip Dierckx, unter die Lupe genommen. Dierckx hatte vorübergehend die Leitung der Geschäftsbanktransaktionen von Fortis inne und war auch kurzzeitig Bank-Chef.

Fortis hat nach eigenen Angaben stets bei den Ermittlungen kooperiert. Die ehemaligen Spitzenmanager sollen auch schon verhört worden sein.

Votron nicht in den Niederlanden als Zeuge erschienen

Die niederländische Staatsanwaltschaft hatte einige ehemalige Spitzenmanager von Fortis als Zeugen eingeplant.

Geschädigte Aktionäre fordern eine hohe Summe an Schadensersatz.

Der ehemalige Fortis-Chef Jean-Paul Votron wäre der erste Zeuge am Freitag gewesen, aber er wollte nicht im niederländischen Utrecht in den Zeugenstand treten. Er verlangt in Belgien und auf Französisch angehört zu werden.

Das Gericht in Utrecht wird in ein paar Tagen urteilen, welche Folgen dies für Votron haben wird.

Das Gericht in Utrecht hatte insgesamt drei Zeugen, alles ehemalige Fortis-Chefs, in den Zeugenstand gebeten. Außer Votron sollen auch noch Maurice Lippens und Gilbert Mittler angehört werden.

Lippens und Mittler haben bereits zu verstehen gegeben, dass auch sie Anfang nächsten Monats nicht in den Niederlanden aussagen werden.

Sie wollen lieber in Belgien auf Französisch gehört werden. Ein Gesuch diesbezüglich wurde bereits vom Gericht in Utrecht und dem Gerichtshof in Arnhem abgewiesen. Die drei wollen jetzt in Revision gehen.