Sparplan: Die Bahn schafft keine Züge ab

Die belgische Eisenbahngesellschaft NMBS/SNCB wird bis auf weiters keine Züge abschaffen. Trotz eines erwarteten Riesenverlustes von 270 Millionen € im laufenden Jahr und einem umfassenden Sparplan wird das Angebot für die Reisenden nicht angetastet.

Nach Bekanntwerden der zu erwartenden hohen Verluste spekulierten Beobachter bereite einen drastischen Sparplan von Seiten des Verwaltungsrates der Bahn. Die Medien gingen sogar davon aus, dass Züge und Verbindungen gestrichen werden.

Doch gerade diesen Schritt will die Bahn bis mindestens 2012 nicht machen. Der aktuelle Sparplan, der vorsieht, die jährlichen Verluste bis 2012 auf 48 Millionen € zurückzuschrauben, verändert also wenig bis gar nichts für die täglichen Bahnkunden.

Gespart wird trotzdem und hier im besonderen bei der Güterabteilung NMBS/SNCB Logistics, früher B-Cargo. Die Gütersparte der belgischen Eisenbahn arbeitet seit Jahren mit enormen Verlusten und verliert mehr und mehr Terrain an die privaten und an die ausländischen Konkurrenten.

Allerdings ist hier das letzte Wort noch nicht gesprochen, denn die Gewerkschaften befürchten einen umfassenden Stellenabbau, was zudem beim langjährigen Statut der meisten Eisenbahner im Güterbereich Entlassungen nur schwer durchzusetzen sind.

Aber, die sozialistische Gewerkschaft ACOD äußerte sich, mit Abstrichen, gemäßigt positiv in Sachen Sparvorhaben bei der Bahn.
 

Was bringt die Zukunft?

Langfristig - bis etwa 2016 - soll aber allgemein mehr gespart werden und es wird laut darüber nachgedacht, auch einzelne Teilbereiche des Angebots, wie zum Beispiel die Gütersparte NMBS/SNCB Logistics, zu verkaufen. Doch das stößt bei den Arbeitnehmern bisher auf ein kategorisches Nein.

Wie dies bis dahin überhaupt aussehen wird oder kann ist noch völlig unklar, denn es fällt schwer - auch angesichts der internationalen wirtschaftlichen Lage - die Marktsituation der belgischen Bahn bis 2016 einzuschätzen.