Hausdurchsuchungen in Anderlecht

Im Brüsseler Stadtteil Anderlecht hat die Polizei am Dienstagmorgen 88 und am Nachmittag noch einmal 14 Hausdurchsuchungen durchgeführt. Diese Maßnahmen erfolgten im Rahmen der Politik der Nulltoleranz in Anderlecht. Ziel der Aktion war, eine Drogenbande auszuheben.

Die kriminelle Organisation, die das Ziel der Hausdurchsuchungen gewesen ist, hatte eindeutig die Absicht, die Gegend um den Lemmensplein in eine gesetzesfreie Zone zu verwandeln. Das betont Glenn Audenaert, der Direktor der Brüsseler Gerichtspolizei.

"Sie wollte eine Zone schaffen, in der die Polizei keinen Platz mehr hat und sie ungestört ihren Drogenhandel betreiben kann."

Die Bande war für verschiedene Schießereien und gewalttätige Zwischenfälle mit anderen kriminellen Banden verantwortlich. Sie benutzte auch Kriegswaffen wie Kalaschnikows. Sie hatte zudem immer wieder versucht, die Polizei vor Ort an ihrer Arbeit zu hindern. So wurden Polizeipatrouillen regelmäßig in den Hinterhalt gelockt.

"Es hat uns etwas Zeit gekostet, um die nötigen Beweise zu sammeln, aber jetzt können wir die Bande völlig ausheben",  so Audenaert.

Am Dienstag wurden insgesamt 28 Personen verhaftet. Mindestens 10 unter ihnen müssen vor den Untersuchungsrichter treten. Einige unter ihnen haben bereits Vorstrafen.

Wurde am Dienstagvormittag vor allem gegen den Kopf der Bande und die wichtigsten Mitglieder vorgegangen, so wurden am Nachmittag die Verkaufsstellen der Organisation ins Visier genommen. Das meldet die Staatsanwaltschaft.

Bei den Hausdurchsuchungen am Dienstagnachmittag, bei denen auch Kaffees und Videotheken gefilzt wurden, hatte die Polizei an vier Orten Drogen gefunden. Insgesamt wurden etwa ein Kilo Amphetamine und jede Menge Kannabis in Beschlag genommen.