Sozialabkommen bei Carrefour

Der seit 4 Monaten andauernde Sozialkonflikt bei Carrefour scheint beigelegt. Gewerkschaften und Direktion haben am Donnerstagmorgen ein Sozialabkommen erzielt. 5 der 14 von der Schließung bedrohten Hypermärkte sind gerettet. Von den 1.900 Mitarbeitern, die entlassen werden sollen, erhalten 700 einen Vertrag bei der Gruppe Mestdagh. Die übernimmt 16 Geschäfte.

Ende Februar  hatte Carrefour in Belgien drastische Einsparungen  angekündigt. 21 Niederlassungen sollten geschlossen werden und 1.672 Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren.

Die Folge war ein Sozialkonflikt mit mehreren Streiks. Die Verhandlungen über ein Sozialabkommen gestalteten sich besonders schwierig. Zwei Sozialschlichter wurden eingeschaltet.

Letzte Woche hatte bereits eine Marathonsitzung unter Leitung der Sozialschlichter statt gefunden. Danach schien ein Abkommen doch möglich zu sein. Nach einer erneuten Marathonsitzung haben die Gewerkschaften und die Direktion am Donnerstagmorgen dann ein Sozialabkommen erzielt.

Direktion und Gewerkschaften halten sich beim Inhalt des Abkommens sehr zurück, aber Schlichter Peter Vansintjan zufolge decke das Abkommen alle Bereiche der Umstrukturierungspläne der Carrefour-Direktion ab, darunter die Schließung von Supermärkten, die Jobstreichungen, die Frühpensionierungen und die Übernahmepläne.

Am Donnerstagnachmittag, nachdem die Gewerkschaften ihre Mitglieder über das Abkommen unterrichtet haben, sollen mehr Details bekannt gegeben werden.

Details des Sozialabkommens bereits durchgesickert

Einige Details des Sozialabkommens sind bereits durchgesickert. So sollen 5 der 14 von der Schließung bedrohten Hypermärkte nun doch offen bleiben. Von den 14 Supermärkten, die ursprünglich geschlossen werden sollten, sollen 7 Supermärkte unter der Leitung von Carrefour gerettet werden. 7 weitere Supermärkte werden geschlossen, es sei denn, es wird noch ein Franchisenehmer hierfür gefunden.

Ursprünglich sollten 1.900 Arbeitsplätze bei Carrefour verloren gehen, aber jetzt scheint, dass 700 Menschen bei der Gruppe Mestdagh weiterarbeiten dürfen. Außerdem sollen mehrere Mitarbeiter bereits ab 52 Jahre in den Vorruhestand treten können. Diejenigen, die freiwillig Carrefour verlassen, erhalten eine Abfindung.

Die Gruppe Mestdagh wird wohl nur 16 Geschäfte von Carrefour  in Wallonien und Brüssel übernehmen. Im Februar war noch die Rede von 20 Geschäften.

In dem Abkommen soll auch die Rede sein von 20 bis 21 Millionen Euro an Einsparungen in den kommenden Jahren.