Weniger Ausländer investieren in Flandern

2009 war kein gutes Jahr, was die Gesamtzahl der Neuinvestitionen in Belgien betrifft. In Wallonien wurden letztes Jahr mehr ausländische Investoren angelockt als in Flandern. Dort gingen die Zahlen sogar erstmals zurück. Eine jährliche Analyse von Unternehmensberatern von IBM ist zu diesem Ergebnis gekommen.

"Sowohl die Zahl ausländischer Aufträge in Belgien als auch die Zahl neuer Arbeitsplätze, die damit verbunden sind, sind zum dritten Mal in Folge zurückgegangen. So wurden 2009 182 Neuinvestitionen getätigt, die zusammen 5.300 neue Jobs hierzulande  brachten", zeigt die Analyse. 2008 holte Belgien noch 192 Investitionsprojekte ins Land, die für 6.700 neue Arbeitsplätze sorgten.

Der Rückgang im letzten Jahr war vor allem in Flandern zu spüren. In der Wallonie sind die Zahlen ziemlich gleich geblieben.

2009 lockte Wallonien fast genauso viele Investoren an wie Flandern, nämlich 67 gegenüber 78 in Flandern.

Das, so heißt es in dem Bericht, sei sehr auffällig, weil Flandern normalerweise doppelt so viele Auslandsinvestoren pro Jahr anzieht wie Wallonien.

In Flandern wurden letztes Jahr über 2.800 neue Stellen Dank der Projekte aus dem Ausland geschaffen. In der Wallonie waren es 2.000. Brüssel konnte sich die restlichen 37 Projekte aus dem Ausland anrechnen und dadurch 400 neue Jobs anbieten.

Auch der durchschnittliche Umfang neuer Auslandsinvestitionen hat abgenommen. 2009 standen im Durchschnitt nur noch 30 Stellen pro Projekt zur Disposition. Vor fünf Jahren war die Zahl noch doppelt so hoch.

Schuld hat nicht nur die Krise

Als Grund für die Rückgänge der Auslandsinvestitionen in Belgien ist nicht nur die Wirtschaftskrise zu nennen. "Obwohl in den letzten zwei Jahren weltweit weniger Neuinvestitionen getätigt wurden, haben die entwickelten Wirtschaften in Westeuropa und Nordamerika eine relativ gleichbleibende Zahl an Neuinvestitionen einfahren können", sagt IBM.

Laut IBM müsse der Grund bei den nachteiligen Kostenstrukturen in Belgien gesucht werden.

Die hohen Personalkosten und die Unternehmenssteuer in Belgien wirken abschreckend auf die Investoren.

Auch die politische Situation in unserem Land spielt eine Rolle. "Was wir brauchen ist politische Stabilität", betont der scheidende Minister für Unternehmen Vincent Van Quickenborne.  Als ein Grund der Abnahme ausländischer Investitionen nannte der Minister "die politische Instabilität der vergangenen Jahre".