Attacke auf Gaza-Konvoi: Belgien empört

Der israelische Militäreinsatz gegen einen internationalen Schiffskonvoi mit Lieferungen für den abgeriegelten Gazastreifen hat weltweit Wut und Empörung ausgelöst. In vielen Hauptstädten wurden die israelischen Botschafter einbestellt. Auch aus Belgien kam Kritik.

Der scheidende belgische Außenminister Steven Vanackere sagte gegenüber unserem TV-Sender VRT: „Die Gewalt, die hier angewandt wurde, ist doch wirklich bedauerlich, insbesondere weil es sich um humanitäre Hilfsgüter handelt. Die internationale Gemeinschaft und Belgien haben immer gesagt, dass ein freier Zugang zu Gaza stets gewährleistet sein muss.“

Vanackere geht davon aus, dass es auf Initiative der Europäischen Union eine gemeinsame Aktion geben wird, die diesen Militäreinsatz verurteilt. „Wir werden mit den Kollegen und Frau Ashton sehen, wie wir am besten daran mitwirken können. Es muss deutlich gemacht werden, dass in dieser Art Angelegenheit jegliche Gewaltanwendung völlig unangebracht ist.“

Gegenüber dem französischsprachigen Sender RTBF sagte Vanackere am Morgen, man könne zwar verstehen, dass das israelische Recht, in Sicherheit zu leben, absolut wichtig sei, aber es habe den Anschein, als seien die eingesetzten Mittel unverhältnismäßig gewesen.

Auf den sechs Schiffen des Schiffskonvois Free Gaza, der am Sonntag von Zypern aus auslief, waren 800 Aktivisten. Bei dem Einsatz wurden mindestens zehn Aktivisten getötet.

Laut Außenministerium sollen auch 5 Belgier an der humanitären Aktion teilgenommen haben: zwei Flaminnen, zwei Frankophone und ein Kameramann des Fernsehsenders Al Jazeera. Sicher ist inzwischen, dass die beiden flämischen Aktivistinnen nicht auf dem Schiff, das angegriffen wurde, waren.

Untersuchung nach den Umständen gefordert

Die Europäische Union hat unterdessen eine Untersuchung des israelischen Militäreinsatzes gegen den Schiffskonvoi mit Hilfsgütern für den Gazastreifen gefordert.

Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton bedauerte am Montag die Todesfälle und sprach den hinterbliebenen Familien ihr Beileid aus. Eine Sprecherin von Ashton erklärte: "Im Namen der Europäischen Union verlangt sie eine vollständige Untersuchung der Umstände, die dazu führten."