Vanackere verteidigt Wahlorganisatoren

Der scheidende Außenminister Steven Vanackere hält die Kritik des scheidenden Vizepremiers Didier Reynders, der sich über die schlechte Organisation der Parlamentswahlen für Belgier im Ausland beschwerte, für "unehrlich".

Didier Reynders (kleines Foto) von den französischsprachigen Liberalen MR zufolge habe Steven Vanackere als Außenminister zu wenig getan, damit die Belgier im Ausland wählen gehen können.

Die Auslandsbelgier hätten juristisch gesehen bis zum morgigen 1. Juni Zeit bekommen müssen, um sich auf den Wahllisten einschreiben zu lassen.

Das Außenministerium hatte ihnen jedoch lediglich Zeit bis letzte Woche Montag gegeben. Dadurch habe es sehr viel weniger Anmeldungen zur Wahl gegeben. Die Belgier im Ausland sind vor allem französischsprachige Belgier, die häufig für die französischsprachige Partei MR stimmen.

Das Scheitern der Regierung und die vorgezogenen Neuwahlen waren für die Organisatoren ein Rennen gegen die Zeit.

"Ich finde die Kommentare total unehrlich", so der flämische Christdemokrat Vanackere gegenüber dem RTBF-Radio La Première. Einerseits lobe die MR die Arbeit der Diplomaten, andererseits werfe er den Wahlorganisatoren im Ausland einen Mangel an Eifer vor.

"Wir haben in zehn Tagen das geschafft, was wir normalerweise in acht Monaten schaffen", betont Vanackere noch.

Letztlich werden 42.000 Belgier im Ausland wählen gehen. "Das ist sehr viel im Vergleich zur Herausforderung, mit der wir konfrontiert wurden", verteidigt Vanackere die Organisatoren der Wahlen im Ausland und damit sein Ressort.

Vor drei Jahren hatten sich rund 120.000 Belgier im Ausland zu den Wahlen einschreiben lassen.