Investitionen: Wallonie holt deutlich auf

Der aktuelle Investitionsbarometer von Ernest & Young für Belgien belegt, dass die Investitionen aus dem Ausland regional gesehen zurückgehen. Flandern und Brüssel legten 2009 schlechtere Werte vor. Wallonien zog aber an.

Was sich vergangene Woche durch Zahlen des Wirtschaftsberatungs-Unternehmens IBM bereits ankündigte, wurde jetzt von Ernest & Young bestätigt: Die Wallonie, der französischsprachige Landesteil Belgiens, holt im Bereich der Investitionen aus dem Ausland merklich auf.

Vor fünf Jahren zog die Wallonie knapp ein Drittel dessen an, was damals Flandern in diesem Bereich heranziehen konnte. Mittlerweile haben die Wallonen mit dem niederländischsprachigen Landesteil etwa gleichgezogen.

In erster Linie zeigen sich Gegenden in der Provinz Wallonisch-Brabant am Rand von Brüssel für ausländische Investoren interessant. In Wallonien ist derzeit wesentlich mehr Raum für industrielle Niederlassungen verfügbar und es ist deutlich einfacher, Bau- und Betriebsgenehmigungen bei den Behörden einzuholen.

Gleichzeitig büßt aber die Region Brüssel-Hauptstadt (Foto) selber in dieser Hinsicht an Attraktivität ein. Das gute Abschneiden der Wallonischen Region sorgt dafür, dass Belgien trotz der Investitionsrückgänge im Bundesland Flandern und in Brüssel für ausländische Interessenten wichtig bleibt.

Leichter Anstieg

„Im Vergleich zu 2008 ist die Zahl der Investitionen aus dem Ausland in Belgien von 142 auf 146 angestiegen. Es scheint dann doch, dass die Lebensqualität und die Telekom-Infrastruktur in unserem Land als positive Merkmale erkannt werden.“, so Christophe Ballegeer von Ernest & Young Belgium.

Der Großteil der Investitionen in Belgien kommt nach wie vor aus den USA, gefolgt durch unsere direkten Nachbarländer Deutschland, Frankreich und den Niederlanden sowie Großbritannien. Ernest & Young appellierte an eine - nach den Parlamentswahlen vom 13. Juni zu bildende - neue belgische Bundesregierung, die steuerlichen Begünstigungen für ausländische Investoren nicht anzurühren.