Belgische Gaza-Aktivistinnen in Türkei

Die vier belgischen Aktivistinnen von der Hilfsflotte für den abgeriegelten Gazastreifen, die am Montag gewaltsam von israelischen Elitesoldaten gestoppt wurde, haben zusammen mit hunderten anderen Gaza-Aktivisten Israel verlassen und sind in die Türkei ausgereist.

Israel hatte die Aktivisten am Mittwoch in drei türkische Flugzeuge gesetzt. Sie wurden wie Helden in Istanbul empfangen.

Die Maschinen transportierten 466 Passagiere und auch die Leichen der 9 Aktivisten, die bei der israelischen Attacke auf die Schiffe ums Leben gekommen sind. Die Aktivisten wurden bei ihrer Ankunft ärztlich untersucht.

Die Gaza-Aktivisten wurden am Flughafen von einer Schar Symphatisanten empfangen, die türkische und palästinensische Fahnen schwangen und antiisraelische Slogans riefen.

Der türkische Vizepremier beschuldigte Israel in einer Rede der Piraterie.

Auch die vier Belgierinnen, zwei französischsprachige und zwei Flaminnen (Foto), waren unter den Rückkehrern.

Die beiden Flaminnen kamen mit dem letzten Flugzeug an und landeten gegen fünf Uhr morgens.

Die französischsprachigen jungen Frauen waren schon früher gelandet. Sie sollen von der Gewalt und den Verhören der israelischen Behörden sehr beeindruckt gewesen sein, so der Korrespondent Dirk Vermeiren.

Trotzdem setze man sich weiter für die palästinensische Sache ein, sagte eine der jungen Frauen.

"Den Belgierinnen gehe es gut", betont Bart Ouvry, der Sprecher des Außenamtes. Die zwei Flaminnen werden am Freitag nach Hause zurückkehren.

Am heutigen Donnerstag werden sie der Beerdigung der türkischen Opfer beiwohnen.

Die Aktivisten waren am Montag von der israelischen Armee an Bord der Schiffe festgenommen worden, die Hilfsgüter in den abgeriegelten Gaza-Streifen bringen wollten. Neun Aktivisten wurden getötet. Ihre Leichen wurden in der Nacht zum Donnerstag ebenfalls repatriiert.