Umfrage: N-VA Flanderns stärkste Partei

Nach einer Meinungsumfrage, die knapp eine Woche vor den Parlamentswahlen in Belgien veröffentlicht wird, würden die Nationaldemokraten der N-VA die stärkste Partei in Flandern. Die Christdemokraten der CD&V und der rechtsradikale Vlaams Belang wären nach der Umfrage die großen Wahlverlierer.

Wenn am kommenden Sonntag in Belgien gewählt würde, dann wäre die N-VA die stärkste Partei im Bundesland Flandern. Nach einer Vorwahl-Umfrage unseres Hauses VRT und der flämischen Tageszeitung De Standaard würden die Nationaldemokraten 25,2 % der Stimmen auf sich vereinen.

Nach dieser Umfrage unter 1021 Wählern aus Flandern und den Kommunen Halle und Vilvoorde aus dem umstrittenen Wahlbezirk Brüssel-Halle-Vilvoorde, die zwischen dem 21. Mai und dem 1. Juni durchgeführt wurde, wären die Christdemokraten und die Rechtsradikalen die großen Wahlverlierer.

Erschwerend für CD&V - 2007 noch Kartellpartner der N-VA - und Vlaams Belang kommt noch hinzu, dass diese Parteien besonders viele Stimmen an die N-VA abgeben müssten.

Und die Partei von Bart De Wever wäre demnach auch der größte Gewinner in Sachen Stimmengewinn. Die Neue Flämische Allianz würde nach dieser Umfrage von allen flämischen Parteien den größten Sprung nach vorne machen.

Schwere Verluste und relative Stabilität

Die CD&V würde nur noch 19 % der flämischen Wählerstimmen erreichen und viel damit unter die für sie „magische“ 20 %-Hürde. Vlaams Belang müsste demnach 7,8 % seiner Stimmen gegenüber den letzten Parlamentswahlen 2007 einbüßen und würde bei 11,5 % stranden.

Flanderns Liberale, die Open VLD, wäre nach der Umfrage die drittstärkste Partei im Bundesland mit 13,9 % der Stimmen, gefolgt von den Sozialdemokraten der SP.A mit 13,8 %. Diese beiden flämischen Parteien würden nur leicht verlieren und blieben damit mehr oder weniger von einem Wahldebakel verschont.

Leichte Gewinne könnten die flämischen Grünen von Groen! verbuchen, die mit einem Plus von 1,8 % der Stimmen bei 8,2 % landen würden. Die rechtspopulistische LDD des ehemaligen belgischen Judo-Nationalcoaches Jean-Marie Dedecker gehört nach der vorliegenden Umfrage ebenfalls zu den Wahlverlierern und würde mit 6,6 % der Stimmen nur knapp die 5 % -Hürde überschreiten.

Viele Unentschlossene

Von den insgesamt 2021 befragten flämischen Wählern sind 27 % noch unentschlossen, für wen sie ihre Stimme bei den belgischen Parlamentswahlen am 13. Juni abgeben werden.

11 % von ihnen können sich vorstellen, die N-VA zu wählen. Damit sind die Nationaldemokraten die Partei, die die bisher sicherste Wählerschaft hat.

Bei den anderen noch unsicheren Wählern sind die Zahlen wesentlich höher. 32 % könnten sich vorstellen, Groen! zu wählen, 31 % die LDD, 27 % die CD&V und 27 % Open VLD.

Auf die Frage nach einer Alternative zu der Partei, für die die Wähler sicher stimmen würden, antworteten 46,3 % der Befragten, dass sie sich vorstellen könnten, N-VA zu wählen. Also zeigt sich die Partei von Bart De Wever auch hier als stärkste Gruppierung.