Bart De Wever auf internationalen Pfaden

Die flämischen Nationaldemokraten N-VA mit Bart De Wever vorneweg verursachen nicht nur im eigenen Land viel Aufregung, sondern haben inzwischen auch bei der internationalen Presse von sich Reden gemacht.

Am Dienstag hat die Partei eine Pressekonferenz vor der internationalen Presse gehalten.

Die Ansetzung einer Pressekonferenz vor internationalen Medien  sei die einzige Möglichkeit gewesen, um all die Interview-Anfragen mit einem Mal abzuhandeln, so ein Pressesprecher der Partei De Wevers in der Zeitung De Standaard.

"Noch am Montag rief The Montréal Daily an, bat die Estonian Public Broadcasting um ein Interview und wollte die Frankfurter Allgemeine Zeitung ein Gespräch. Wir werden im wahrsten Sinne des Wortes überwältigt. Das ist die einzige Art, um alles mit einem Mal abzuhandeln."

Das große internationale Interesse beruht auf mehreren Faktoren, schreibt die Zeitung De Morgen. Das Vertrauen ausländischer Investoren in Belgien hat stark nachgelassen und steht derzeit auf demselben Stand wie im März 2009, also zur Zeit der Finanzkrise. Dadurch sind die Zinsen auf belgische Staatsobligationen in den vergangenen Tagen stark gestiegen. Das heißt, dass es für unser Land stets teurer wird, sich Geld auf den internationalen Märkten zu borgen.

Anleger beobachten auch die politische Situation in unserem Land mit Argusaugen. Sie befürchten vor allem eine neue Zeit der politischen Instabilität nach den Wahlen am 13. Juni mit als Folge einem verspäteten Vorgehen gegen die steigenden Staatsschulden. Das bereitet auch der internationalen Presse Sorgen. Die Finanzzeitung Financial Times hat bereits über das "Griechenland des Nordens" geschrieben. Außerdem hat Belgien in der zweiten Hälfte dieses Jahres auch noch den EU-Vorsitz inne.

Daneben interessiert sich die Presse natürlich dafür, was der 39-jährige Bart De Wever und die N-VA machen werden, falls sie die Wahl gewinnen?

Die N-VA tritt nämlich offen für Flandern als einen selbständigen Staat ein. Wollen sie das Land tatsächlich spalten oder nicht?

"Keine Panik", sagt De Wever

Ein Sieg der N-VA bedeute nicht das Ende Belgiens: "Wir wollen keine Revolution, sondern eine langsame Evolution hin zu besseren Strukturen", beruhigte De Wever gleich zu Anfang der Pressekonferenz im Internationalen Pressezentrum IPC in Brüssel die Auslandsmedien.

"Wir wollen aber auch die CD&V und alle unsere Gegner dazu ermahnen, (...) Hört auf mit der Panikmacherei, um das für die Wahlen im Inland zu missbrauchen, denn das kann international schreckliche Folgen haben."