"Nehmt Euch Beispiel an Deutschland!"

Der belgische Unternehmerverband VBO-FEB hofft, dass es die neue Regierung nach den Parlamentswahlen vom 13. Juni schafft, wieder wirtschaftliches und konjunkturelles Vertrauen zu schaffen. Die Unternehmer empfehlen dabei, das deutsche Modell zu beachten.

Der Unternehmerverband stellte am Donnerstag seinen Konjunkturbarometer vor und nutzte diesen Anlass, kurz vor den Parlamentswahlen am kommenden Sonntag einige Empfehlungen auszusprechen.

Nach Angaben des Verbandes ist die Mehrheit der belgischen Wirtschaftssektoren - außer der Bauwirtschaft - davon Überzeugt, dass das Schlimmste der Krise überwunden ist.

Allerdings brauche es noch einige Zeit, bis die wirtschaftliche Normalität wieder einkehren könne - besonders im Bereich des Arbeitsmarktes.

In diesem Zusammenhang müsse die zukünftige belgische Bundesregierung alles, was mit Wirtschaft, Sozialem, Arbeitsmarkt oder Konjunktur zu tun habe, gründlich reformieren. VBO-FEB empfiehlt dabei, über die Grenze hinweg nach Deutschland zu schauen. Das deutsche Modell könne unter umständen inspirierend wirken.

"Die deutsche Regierung hat neue Steuern auf Finanztransaktionen eingeführt und gleichzeitig zusätzliche Finanzmittel für Forschung, Entwicklung und Bildung freigemacht.", so Verbandschef Rudi Thomaes (Foto). Gleichzeitig hoffen die belgischen Unternehmer, dass Belgien bald sein Handicap der im Vergleich zu den Nachbarländern zu hohen Lohnnebenkosten abstreifen kann - am Besten in direkter Kooperation mit den Sozialpartnern.

Problem Arbeitsmarkt

Der belgische Unternehmerverband sieht in der Arbeitsmarktpolitik erheblichen Anlass zur Sorge. Zum einen würde die Zahl der Arbeitslosen – auch krisenbedingt – weiter steigen, doch andererseits suchen viele Unternehmen im ganzen Land händeringend nach zusätzlichem Personal. Der Facharbeitermangel in Belgien ist nicht erst seit gestern ein Problem in Belgien und dies steht dem Konjunkturaufschwung sehr im Wege.

Ein weiteres Problem sei die Tatsache, dass der Aktivierungsgrad der über 50jährigen Arbeitnehmer in Belgien so tief liegt. Vorruhestand, Frührente und ähnliche Wege würden immer noch großflächig beschritten, um Personal loszuwerden. Damit, so appelliert der Unternehmerverband VBO-FEB auch an seine Mitglieder, gehe auch professionelle Erfahrung verloten.