Die Belgier im Ausland können schon wählen

Wahlberechtigte Belgier, die im Ausland, bzw. die außerhalb der Europäischen Union wohnen, können schon ab Freitag wählen. Dazu stehen ihnen die Botschaften und Konsulate unseres Landes offen.

Die Wahllokale in Fernost waren nach mitteleuropäischer Zeit schon am Freitagfrüh geöffnet. VRT-Asien-Korrespondent Tom Van de Weghe (Foto), der von China aus berichtet, beobachtete die Wahlen seiner Landsleute in Peking:

„289 Belgier, die sich in China in die Wahllisten haben eintragen lassen, wollten auch persönlich ihre Stimme abgeben. Sie tun das auf belgischen Territorium und zwar in der Botschaft oder in dem einen oder anderen Konsulat. Für die meisten von ihnen ist heute ein ganz normaler Arbeitstag, deshalb sind sie hier schon sehr früh aufgetaucht.“

Die meisten Belgier, die in Fernost leben und arbeiten, haben sich doch bemüht, zu wissen, wo die großen Themen der Parlamentswahlen vom 13. Juni liegen. Doch so einfach ist das nicht, wie einer der Wähler erzählt: „Als ich 1984 nach China ging, hatte ich schon mein Bild von den Flamen und den Wallonen, doch offenbar ist dies heute viel komplizierter, als damals.“

Über das Thema Brüssel-Halle-Vilvoorder (der Umstrittene Wahlbezirk am Brüsseler Rand, den die Flamen gerne aufgespaltet sehen würden), wusste der Landmann nichts…

Sorgen um das Image Belgiens

Viele Belgier in China hoffen, dass die Wahlen am kommenden Sonntag zu konkreten Resultaten und zu einer konstruktiven Bundesregierung führen, denn andernfalls nehme das Image des Landes international großen Schaden.

„Wir finden als Belgier, die im Ausland leben, dass die Streitigkeiten zwischen Flamen und Wallonen angesichts der wirtschaftlichen Probleme in Europa und in der Welt einen enormen Zeitverlust bedeuten. Wir sollten uns mit Dingen beschäftigen, die für unsere Zukunft und für die unserer Kinder wichtiger sind“, sagte ein weiterer Wähler in Peking.

Letztendlich werden etwa 42.000 Landsleute, die im Ausland leben, an den Parlamentswahlen teilnehmen. Das sind dreimal weniger, als bei den letzten Wahlen.

Einer der Gründe dafür war wohl der recht kurzfristig angesetzte Wahltermin. Aus dem Ausland kann auch per Briefwahl abgestimmt werden, doch diese Briefe müssen absolut vor der Schließung der Wahlbüros am Sonntag eingetroffen sein.