"N-VA ist der Sieger"

Die flämischen Nationaldemokraten N-VA scheinen die großen Gewinner dieser Wahl, so der Senator und Fraktionsvorsitzender Bart Tommelein (kleines Foto) von den flämischen Liberalen Open VLD. Er reagierte direkt nachdem erste Ergenisse den Aufwärtstrend der N-VA bestätigten.

Fast alle Kommentatoren sind sich schon jetzt einig, dass die Umfragen, die Bart De Wever und seinen flämischen Nationaldemokraten einen großen Wahltriumph vorausgesagt haben, Recht hatten.

Die vorläufigen Ergebnisse zeigen, dass die N-VA große Gewinne verbucht, mancherorts sogar ohne große Gegner. Die Partei, die langfristig ein unabhängiges Flandern anstrebt, dessen Präsident Bart De Wever aber auch verkündete, dass ein Sieg der N-VA nicht über Nacht das Ende Belgiens bedeute,  wird damit wohl die größte Partei Flanderns.

Setzt sich diese Tendenz weiter durch, ist das eine Primière: Zum ersten Mal wird dann keiner der drei traditionellen Parteien (CD&V, Open VLD oder SP.A) die  Rolle der führenden Partei einnehmen.

Die N-VA gehörte ursprünglich zur scheidenden Regierung, verließ diese aber 2008 aus Protest der nicht voranschreitenden Umsetzung der Reformen des Landes. Das Scheitern der scheidenden Regierung, den Wahlkreis Brüssel-Halle -Vilvoorde zu spalten, nutzte die Partei, um mit diesem Thema Wahlkampagne zu führen.

Bart De Wever machte damit von sich Reden in beiden Teilen des Landes. Seine Auftritte mussten Marianne Thyssen von den flämischen Christdemokraten CD&V, mit denen die N-VA ursprünglich ein Kartell bildete, sauer aufstoßen. Die beiden Parteien gingen weiter getrennte Wege und die Christdemokraten sehen nun ihren ehemaligen Juniorpartner die führende Position einnehmen, die die CD&V einst für selbstverständlich gehalten hatte.

Der ehemalige VRT-Journalist Siegfried Bracke, Spitzenpolitiker der N-VA in Ostflandern sagte der VRT gegenüber: "Wir reichen den Frankophonen die Hand. Lassen Sie uns aus dieser Situation eine Win-Win-Situation machen. Wir haben doch kaum eine andere Wahl."

Auf die Frage nach dem Erfolg der N-VA, sagte François-Xavier de Donnéa von den frankophonen Liberalen MR, dass die Nadionaldemokraten nun ihre Verantwortung übernehmen und den Flamen und Frankophonen zeigen müssten, dass sie imstande sind über die Staatsreformen zu verhandeln.