"Tsunami": N-VA gewinnt in Flandern

Als kurz nach 13 Uhr 30 die ersten Wahllokale im belgischen Bundesland Flandern ihre Auszählungen bekannt geben konnten, bestätigte sich schon in den ersten Trends, was im Vorfeld der Wahlen nach den verschiedensten Umfragen erwartet wurde.

Die nationaldemokratische Neue Flämische Allianz (N-VA) um Parteichef Bart De Wever (Foto) wird stärkste Partei in Flandern. Ein Schlagwort machte an diesem Wahlsonntag nicht nur in Flandern die Runde: "Tsunami!" Die N-VA wurde mit rund 28 % nicht nur stärkste Partei in Flandern, sondern auch belgienweit.

Die flämischen Sozialdemokraten SP.A  behalten mindestens Status Quo, bauten je nach Wahlbezirk ihren Anteil auch leicht aus. In der Endabrechnung verlieren sie mit einem Minus von 1,4 Prozentpunkten nur ganz leicht und pendeln sich bei 15 % ein.

Die Grünen von Groen! sind wieder leicht auf dem Vormarsch und verzeichnen einen minimalen Zuwachs von etwa 0,5 Prozentpunkten. Auf jeden Fall kann die Ökopartei ihre Wählerschaft wieder überzeugen und holt 6,8 %.

Große Verlierer sind die Christdemokraten CD&V, die nur noch 17,4 % behalten und somit unter die magische 20 %-Hürde fallen. Die liberale Open VLD muss ebenfalls mit -5,1 Prozentpunkten gegenüber den Wahlen von 2007 Federn lassen und hat noch 13,7 Prozent.

Die Rechtspopulisten LDD verlieren 2,8 Prozentpunkte und scheitert mit 3,7 % an der Wahlhürde. Vlaams Belang muss die größten Verluste seit Bestehen der Partei einstecken und gibt 6,6 Prozentpunkte ab. Die Rechten verbleiben mit 12,4 %.

EU-Kommissar De Gucht: "Große Verantwortung für N-VA"

Karel De Gucht, der belgische EU-Kommissar und bekannter flämischer Liberaler sprach von einem Erdrutsch, der aller Rekorde gebrochen habe. Er sagte: "Das ist ein wirklich untypisches flämisches Ergebnis.  Auf dem Gipfel der Wirtschaftskrise haben die flämischen Sozialisten, die zuletzt in der Opposition waren, Schwierigkeiten, ihren Status Quo zu halten."

Er fügte hinzu, dass die politische Situation sehr kompliziert sei. Die PS und die N-VA hätten nun eine große Verantwortung. 

Vorläufige Ergebnisse für Wallonien

Die französischsprachige liberale Partei MR machte einen Verlust von -8,9 Prozentpunkte und erzielt nur noch 22,3 %.

Die französischsprachige sozialistische Partei PS verbuchte einen Gewinn von 8,1 Prozentpunkten und erreicht 37,6 %.

Die französischsprachigen Christdemokraten von der CDH verloren -1,2 Prozentpunkte. Ihr Ergebnis spielt sich bei 14,6 Prozent ein und die französischsprachigen Grünen Ecolo haben 0,5 Prozentpunkte weniger als bei den letzten belgischen Wahlen 2007. Sie haben dieses Mal 12,3 % erreicht.