PS wieder stärkste Partei in Wallonien

Im belgischen Bundesland Wallonien wird die sozialistische PS wieder stärkste Kraft. Die Sozialisten um Parteichef Elio Di Rupo (Foto) verbuchte so ziemlich in allen Wahlbezirken Gewinne. Wahlverlierer sind die Liberalen. Die MR muss viele Stimmen abgeben.

Die Grünen von Ecolo und die Zentrumspartei CDH bleiben in etwa gleich groß.

Die PS wird im Vergleich zu den Parlamentswahlen im Juni 2007 wieder Walloniens stärkste Kraft und verbucht um 35 % der Stimmen auf sich - ein Plus von 6 %. Damals mussten sie zum ersten Mal seit 1921 diesen Status abgeben und die liberale Reformpartei MR holte sich diese Trophäe.

Doch jetzt muss die Partei um den scheidenden Bundesfinanzminister Didier Reynders (Foto) heftige Verluste verbuchen.

CDH und Ecolo halten mehr oder weniger ihren Status, was für die Grünen eine Enttäuschung darstellt. Hier hatten die Vorwahlumfragen noch einen Stimmenzuwachs erwarten lassen, doch dies ist nicht geschehen.

"Belgien stabilisieren!"

PS-Vorsitzender Elio Di Rupo sagte in seiner ersten Ansprache nach dem Wahlsieg in Wallonien, dass sich seine Partei der Verantwortung stellen werde: "Die PS ist wieder die stärkste Partei im französischsprachigen Belgien. Zum ersten Mal nach zwei Jahrzehnten sind die sozialisten die stärkste politische Familie des Landes."

Doch Di Rupo bemerkte auch, dass Flandern ein starkes Signal sendet und dass hier ein großer Teil der Bevölkerung institutionelle Veränderungen, um das Land zu stabilisieren, verlange. Er habe dieses Signal gehört und verstanden und unterstrich, dass dies größere wirtschaftliche Stabilität bedeuten könnte.

Er glaubt, dass alle Beteiligten einen Schritt in die richtige Richtung machen müssen und seine Partei stelle sich dem. Die PS werde sich den wirtschaftlichen Herausforderungen und denen der Staatsreform stellen und Belgien werde Europa beweisen, wie man mit Schwierigkeiten umzugehen habe.

„Ich mache mir Sorgen!“

Der frankophone Sozialist Charles Piqué (PS - Foto), Ministerpräsident der Region Brüssel-Hauptstadt erklärte gegenüber der VRT, dass ihm der Wahlsieg der N-VA in Flandern Sorgen bereitet.

Die flämischen Nationaldemokraten müssten bei den anstehenden Verhandlungen zu einer umfassenden Staatsreform in Belgien „Wasser in ihren Wein gießen“.

Brüssel werde sich jedem Versuch, ihr Statut im Zuge dessen zu verändern, widersetzen, so Piqué.

Regierung der nationalen Einheit

Françis Delperée (Foto mit CDH-Vorsitzender Joëlle Milquet), scheidender Senator der frankophonen Zentrumspartei CDH, gab an, dass die N-VA trotz überwältigendem Wahlsieg in Flandern nicht notwendigerweise Teil einer belgischen Regierung sein müsse.

Zur Not stelle sich die CDH zur Verfügung, um „eine Regierung der nationalen Einheit“ beizutreten.