Thyssen gesteht Niederlage der CD&V ein

Eine sichtlich enttäuschte Parteivorsitzende der flämischen Christdemokraten von der CD&V, Marianne Thyssen, räumte ein, dass die Partei dieses Mal eindeutig nicht gewonnen habe. Sie gratulierte den Wahlsiegern, Bart De Wever und seiner Partei.

Die Umfragen hatten in den letzten Wochen starke Verluste für die CD&V vorausgesagt und dieser Trend wird bei den Wahlergebnissen bestätigt.

2007 bildete die CD&V noch ein Kartell mit der N-VA, also ist ein Vergleich schwierig. Trotzdem ist die Niederlage eindeutig.

In Westflandern, wo der scheidende Premier Yves Leterme die Kammerliste anführt, hat die CD&V etwas besser abgeschnitten als in anderen Wahlkreisen. Insgesamt liegt die Partei vorläufig bei knapp unter 20 Prozent.

Partei weiterhin für Regierung offen

Parteivorsitzende Thyssen sagte jedoch, dass die Partei auch weiterhin bereit sei, um der Regierung beizutreten.

Die Spitzenpolitiker der CD&V kamen alle zusammen an und stiegen auch zusammen auf das Podest, auf dem Marianne Thyssen ihre Rede vor den Wahlhelfern hielt.

"Wir haben vier Wahlen hintereinander gewonnen, heute ist das anders", sagte sie. "Wir hatten viel Gegenwind, aber Ihr habt nicht aufgegeben", bedankte sich Thyssen bei den Wahlhelfern.

"Die scheidenden Minister werden ihre Aufgaben solange erfüllen, bis eine neue Regierung steht."

Thyssen führt die Niederlage auf die Teilnahme an der Regierung zurück. "Vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise verlieren überall in Europa die Parteien, die in der Regierung ihre Verantwortung tragen", sagte Thyssen. Außerdem kritisierte sie auch die Liberalen von der Open VLD. "Hätten wir die Legislaturperiode zu Ende regieren können, hätten wir viel mehr von unserem Programm umsetzen können und dann hätten wir auch ein besseres Ergenis bei den Wahlen erzielt", so Thyssen.

Auffallend ist, dass Thyssen für ihre Partei nicht ausschließt, bei der nächsten Regierung wieder dabei zu sein. "Wir sind nicht am Zug, aber wir wollen Verantwortung übernehmen."