Deutschsprachige wollen eigene Region

Im Rahmen seiner Sondierungsgespräche hat Bart De Wever am Dienstag alle Ministerpräsidenten der belgischen Bundesländer (Regionen und Gemeinschaften) getroffen, auch Karl-Heinz Lambertz (Foto) für die Deutschsprachigen.

Der flämische Wahlsieger, der Nationaldemokrat Bart De Wever (Foto) wollte auch vom Ministerpräsidenten der 70.000 deutschsprachigen Belgier wissen, mit welchen Forderungen die Minderheit in die Debatte zur Staats- und Föderalismusreform geht.

Noch ist die sogenannte „Deutschsprachige Gemeinschaft“ kein vollwertiges Bundesland (Region) wie Flandern, Wallonien oder Brüssel. Ministerpräsident Karl-Heinz Lambertz möchte das während der kommenden Verhandlungsrunde ändern.

“Die Deutschsprachigen betrachten sich als konstitutives Element der föderalen Struktur des Landes und dürfen nicht vergessen werden”, sagte Lambertz nach dem Treffen mit Informator De Wever zitiert.

Seine Begegnung mit De Wever sei sehr gut verlaufen, erklärte der Ministerpräsident. De Wever habe sich offen für das Gespräch gezeigt.

Vor dem Treffen hatte Lambertz erklärt, er werde dem Informator sagen, was die Deutschsprachigen denken. Man wolle ein vollwertiges Bundesland werden und diese Forderung werde von allen Parteien im Deutschsprachigen Parlament geteilt.

„Wir sind noch am Anfang und nicht am Ende eines Prozesses. Wo der uns hinführt, das weiß man nicht. Belgien hat eine historische Chance und die muss jetzt genutzt werden, denn sonst stehen wir vor schwierigen Zeiten. Es gibt keine Alternative“, sagte Lambertz noch .

Die Deutschsprachigen seien bereit und in der Lage, neue Regionalkompetenzen zu übernehmen. Sie habe es jedoch nicht eilig.
 

Mittwoch: Schwerpunkt Europa

Im Rahmen seiner Sondierungsgespräche widmet sich N-VA-Parteichef De Wever am Mittwoch europäischen Themen.

Dazu kommt er mit dem ständigen EU-Ratspräsidenten und belgischen Altpremier Van Rompuy und EU-Kommissionspräsident Barroso zusammen. Auch Handelskommissar De Gucht steht auf der Gästeliste.

Dabei will De Wever die wirtschaftliche und finanzielle Lage in Europa erörtern. Wahrscheinlich kommt auch der belgische EU-Vorsitz zur Sprache, der am 1. Juli beginnt.