Chavanel gewinnt belgische Chaosetappe

Sylvain Chavanel vom belgischen Quick-Step-Team hat die Tour-Etappe von Brüssel nach Spa gewonnen und das gelbe Trikot erobert. Den Tag prägten viele spektakuläre Stürze von Spitzenfahrern wie Andy Schleck und Armstrong.

Deshalb überredete der Schweizer Fabian Cancellara seine Mitstreiter, um nach dem chaotischen Auf und Ab in den Ardennen auf gefallene Fahrer wie Schleck (Foto), Armstrong und Contador zu wachten und aus Protest auf einen Massensprint des Verfolger zum Abschluss der Etappe zu verzichten.

„Das war eine Solidaritätsaktion“, erklärte der Deutsche Tony Martin, der nun Gesamtdritter ist.

So konnte Ausbrecher Chavanel im Nieselregen problemlos also Solist mit großem Vorsprung in Spa durchs Ziel fahren und den unglücklichen Schweizer Fabian Cancellara an der Spitze der Gesamtwertung abzulösen. Cancellara fällt auf Platz zwei (Rückstand: 2:57 Minuten) zurück.
 

Jürgen Roelandts bester Belgier auf Platz 6

„Das ist das reine Glück, was ich hier erlebe. Ich bin überwältigt“, stammelte der neue Mann in Gelb, dem als einer der ersten Gratulanten Belgiens Radsport-Ikone Eddy Merckx um den Hals fiel.

Dem guten Klassiker-Fahrer Chavanel ist zuzutrauen, dass er am Dienstag auf den gefürchteten Kopfsteinpflasterpassagen in Nordfrankreich das „Maillot Jaune“ verteidigen und bis zum Wochenende in Gelb fahren kann.

Tageszweiter im 3:56 Minuten später geschlossen eintrudelnden Peloton wurde nach 201 Kilometern der Franzose Maxime Bouet vor dem Deutschen Fabian Wegmann. Bester Belgier war auf Platz 6 Jürgen Roelandts.
 

Kopfsteinpflaster

Schon am Dienstag könnte das Klassement wieder durcheinandergewirbelt werden, wenn die gefürchteten Kopfsteinpflaster warten. „Es wird ein Blutbad geben“, malte
Armstrong vor der 3. Etappe ein düsteres Bild.

Die Etappe ist 213 km lang und bringt die Fahrer von Wanze in Belgein nach Arenberg-Porte-du-Hainaut nach Frankreich.