Elio Di Rupo löst Bart De Wever ab

König Albert II. beauftragte am Donnerstagabend in Brüssel den Vorsitzenden der französischsprachigen Sozialisten (PS), Elio Di Rupo (Foto), Möglichkeiten einer neuen Koalition auszuloten. De Wever schloss seine Sondierungsrunde ab.

Am Donnerstag erstattete Bart De Wever, der Parteivorsitzende der flämischen Nationaldemokraten N-VA und Sieger der Wahlen vom 13. Juni dem König seinen Bericht über seine mehrwöchige Vermittlungsmission zwischen den verschiedenen politischen Parteien.

In einem kurzen Pressegespräch erklärte De Wever (Foto) danach, es sei zu einer Annäherung der verschiedenen Standpunkte gekommen, aber noch nicht zu einem Durchbruch. Zu konkreten Koalitionsverhandlungen reiche es noch nicht. Dazu müsse erst noch jemand anders vorbereitende Gespräche führen.

Am Abend beauftragte der König dann den Chef der französischsprachigen Sozialisten (PS), Elio Di Rupo mit einer neuen Sondierungsrunde. Di Rupo, Sohn italienischer Gastarbeiter, gilt schon seit Wochen als potentieller neuer Regierungschef. Falls er wirklich zum Zuge kommen sollte, wäre er der erste frankophone Premier seit 36 Jahren.

Alle belgischen Regierungschefs seit Mitte der 70-er Jahre des 20. Jahrhunderts waren Flamen. Der vorläufig letzte frankophone Regierungschef war Edmond Leburton, der 1973/74 amtierte.

Im französischsprachigen Landesteil Belgiens war die PS bei den letzten Wahlen deutlicher Wahlsieger. Gemeinsam mit den flämischen Sozialisten bilden die Sozialisten die größte Parteienfamilie im Parlament.