Kardinal Danneels reicht Klage ein

Godfried Danneels reagierte damit auf einen Bericht in der Zeitung Het Nieuwsblad. Das Blatt hatte unter Berufung auf Gerichtsakten gemeldet, auf dem Computer des Kardinals sei ein Foto einer entblößten Minderjährigen entdeckt worden.

Das angebliche Nacktfoto entpuppte sich aber als Abbildung eines Kunstwerks (Foto).

Die Brüsseler Staatsanwaltschaft hatte zuvor im Zusammenhang mit den Ermittlungen im Missbrauchsskandal in der Katholischen Kirche angekündigt, die Informationslecks gerichtlich untersuchen zu lassen.

Besagte Bilddatei befand sich zunächst, wie sich herausstellte, in den "temporären Dateien" des Rechners, in dem Bereich also, in den Daten abgelegt werden ohne das Zutun des Nutzers.

Später konnte auch ermittelt werden, wie das Bild auf den Computer gelangt war: beim Surfen auf der Internet-Seite der VRT nämlich: es war die Abbildung eines Kunstwerks.
Für den Kardinal war damit wohl das Maß voll. Nach dieser wiederholten Veröffentlichung von Einzelheiten aus der Gerichtsakte reichte er Klage ein wegen Verletzung des Berufs- bzw. Ermittlungsgeheimnisses.

Zuvor hatte auch schon die Justiz auf die jüngsten Presselecks reagiert. Zwecks Ermittlung der undichten Stellen seien Vorermittlungen eingeleitet worden, sagte ein Sprecher der Brüsseler Staatsanwaltschaft. Und er fügte hinzu, wer vertrauliche Informationen aus Gerichtsakten preisgebe, mache sich strafbar.

Ins Kreuzfeuer der Kritik ist nun auch der zuständige Untersuchungsrichter Wim De Troy geraten. De Troy zeichnet für die Aufsehen erregende Razzia im Zusammenhang mit Missbrauchsvorwürfen Kirchenmilieu verantwortlich. Offenbar denkt die Brüsseler Generalstaatsanwaltschaft darüber nach, dem Richter die Akte zu entziehen.