Kanada will Auslieferung pädophilen Paters

Kanada fordert die Auslieferung des flämischen Paters Eric Dejaeger. Er steht auf der Liste von Interpol, der kriminalpolizeilichen Organisation zur internationalen Verbrechensbekämpfung. Das schreibt die Zeitung De Morgen.

Der Pater soll sich derzeit bei den Patres Oblaten in Blanden (Flämisch-Brabant) aufhalten.

Interpol hat eine "red notice" gegen den Pater verhängt. Das ist zwar kein Haftbefehl, aber ein Gesuch, um eine Person fest zu nehmen und auszuliefern. Kanada verlangt die Auslieferung von Dejaeger, weil er dort noch eine Haftstrafe nach einer Verurteilung von 5 Jahren Gefängnis wegen Pädophilie von 1990 aussitzen muss (Foto links bei seiner Verhaftung).

Er hat 8 Kinder, sowohl Jungen als auch Mädchen, missbraucht. Der Mann wurde 1991 nach einigen Monaten Gefängnis mit bestimmten Auflagen frei gelassen. Nach seiner Freilassung missbrauchte er jedoch erneut Kinder. 1995 wurden 9 neue Anzeigen gegen den Mann erstattet.

Da die Anzeigen offiziell waren, durfte Dejaeger das Land nicht verlassen und musste dem Gericht zur Verfügung stehen. Dejaeger gelang es trotzdem, sich nach Belgien abzusetzen. Seit einigen Jahren wohnt er in Blanden bei Oud-Heverlee.

Staatsanwaltschaft untersucht mögliche Auslieferung

2001 hatte Interpol bereits eine Suchmeldung nach Dejaeger mit der Warnung "This person may be dangerous" (Diese Person könnte gefährlich sein) herausgegeben. Jetzt hat Interpol die Meldung erneuert und zu einer "red notice" gemacht.

Die belgische Polizei hat den 63-jährigen Pater bereits verhört. Die Staatsanwaltschaft von Löwen untersucht jetzt, ob er nach Kanada ausgeliefert werden soll, damit er seine restliche Strafe aussitzt.

Dejaeger kann nach Kanada ausgeliefert werden, weil er seit Ende der 70er Jahre die kanadische Staatsbürgerschaft hat. Dejaeger besitzt aber gleichzeitig auch noch die belgische Staatsbürgerschaft und unser Land liefert normalerweise keine Belgier aus.