Flämische Rektoren warnen vor Sparwut

In einem offenen Brief in der Zeitung „De Standaard“ warnen die fünf flämischen Rektoren vor zu hohen Einschnitten bei der Finanzierung der Grundlagenforschung. Wie schon dieses Jahr planen die Regierungen in diesem Bereich weitere Einsparungen.

Schon 2010 wurde die Finanzierung des flämischen Fonds für Grundlagenforschungen um 3,3 Millionen Euro zurückgeschraubt. Die Rektoren befürchten auch für nächstes Jahr weitere Sparmassnahmen. Insgesamt sollen 7,2 Millionen in Flandern gespart werden.

Die Rektoren befürchten auch noch zusätzliche Sparmassnahmen der belgischen Bundesregierung. Insgesamt könnten die Mittel für die Grundlagenforschung um 37 Millionen Euro gekürzt werden und würden 740 Forscherplanstellen gestrichen. Befürchtet wird, dass die betroffenen Wissenschaftler dann vom Ausland abgeworben werden.

Obschon noch keine endgültigen Entscheidungen gefallen sind, warnen die Rektoren schon jetzt vor den Konsequenzen. In Frankreich und Deutschland werde ebenfalls gespart, aber hier wurden die Mittel für die Grundlagenforschung noch aufgestockt, weil in diesen Ländern deren Bedeutung für die Wirtschaftsentwicklung eingesehen werde.

Die wissenschaftliche Forschung sei von größter Bedeutung, um einen Ausweg aus der aktuellen Krise. Flämische Universitäten seien in Europa Spitzenreiter, wenn es darauf ankomme, Forschungsergebnisse in Patente umzusetzen, die von der Industrie aufgegriffen werden können. Auch deshalb sei es kurzsichtig, bei der Grundlagenforschung zu sparen, so die Rektoren.