Gutachter hält De Gelder für schizophren

Kim De Gelder, der mutmaßliche Mörder, der Anfang 2009 zwei Babies und eine Betreuerin in einer Krippe niederstach, leidet an Schizophrenie und ist daher unzurechnungsfähig. Das stellt der Psychiater Karel Ringoet fest, der ein Gegengutachten erstellt hat.

Zvor hatten fünf andere Psychiater im Auftrag des Untersuchungsrichters ein Gutachten erstellt, in dem sie den jungen Mann für zurechnungsfähig erklärten.

In einem umfassenden Bericht kamen die Gutachter zu dem Ergebnis, dass De Gelder wusste, was er tat, als er Anfang letzten Jahres die beiden Babies und die Kinderfrau in einer Krippe im ostflämischen Sint-Gillis-Dendermonde niederstach und davor eine 72-jährige Frau auf einem Bauernhof in Vrasene ermordete.

De Gelder sitzt derzeit in Untersuchungshaft.

Ringoet, der auf Ersuchen des Anwalts der Familie De Gelder eingesetzt wurde, kommt zu einem anderen Ergebnis. "Der große Unterschied ist, dass Kim De Gelder den anderen Psychiatern nie wirklich vertraut hat. Er hat ihnen kaum etwas erzählt und wollte das auch nicht", so Ringoet in der Zeitung De Morgen. "Bei mir war das ganz anders. Warum, weiß ich auch nicht."

Laut Ringoet, der betont, dass er völlig unabhängig gearbeitet habe, sei De Gelder schwer krank. " Er leidet an Schizophrenie. Für einen Jungen wie Kim De Gelder müsste sogar eine aparte psychiatrische Klinik gebaut werden." Ringoet zufolge gehöre De Gelder absolut nicht in ein Gefängnis.

Letztlich wird der Haftrichter in Dendermonde und danach das Strafgericht in Gent entscheiden müssen, ob De Gelder vor ein Schwurgericht treten muss oder in eine psychiatrische Klinik eingewiesen wird.