König Albert II fordert Dialog

In seiner Fernsehansprache zum Nationalfeiertag hat Belgiens Staatsoberhaupt schon am Dienstag Dialog- und Kooperationsbereitschaft gefordert und das nicht nur zwischen den belgischen Kulturgemeinschaften sondern auch international.

Vor einigen Jahren warnte König Albert in einer Ansprache noch vor separatistischen Kräften in Belgien. Nach den Wahlen vom 13. Juni sind die flämischen Nationaldemokraten von der NVA größte politische Kraft im Lande und diese Partei will langfristig eine autonome flämische Republik gründen.

Dieses Jahr äußerte sich der Monarch hierzu nicht direkt. Er sprach nur von innerbelgischen Spannungen, die zu verfrühten Wahlen geführt hätten. Danach blickte der König in die Zukunft: „Schmerzliche Fragen, die für Uneinigkeit sorgten, müssen gelöst werden. Zwischen Bund und Bundesländern muss ein neuer Konsens gefunden werden.“

Sehr konkret wurde der König nicht. Er appellierte aber an das Verantwortungsbewusstsein der Politiker: „Das erwarten unsere Mitbürger von allen Verantwortungsträgern auf allen Regierungsebenen.“

Der König erinnerte auch an die Verantwortung Belgiens als EU-Ratsvorsitzender und er blickte auf seine jüngste Kongo-Reise zurück, anlässlich der Feiern zur fünfzigjährigen Unabhängigkeit der ehemaligen belgischen Kolonie.

Der herzliche Empfang habe in gerührt, so König Albert. Er forderte ein erhöhtes Engagement für die Frauen Kongos, wurde aber auch hier nicht wirklich konkret. „Wir haben den kongolesischen Verantwortungsträgern eine neue, freimütige und aufbauende Partnerschaft vorgeschlagen, die auf die Bedürfnisse der kongolesischen Bevölkerung zugeschnitten ist und die neuen Einrichtungen unterstützt, die Kongo sich demokratisch gegeben hat.“

Abschließend folgte der übliche Appell an Dialog- und Kooperationsbereitschaft zwischen den verschiedenen Kultur- und Sprachgemeinschaften im Lande, den der König auch auf Deutsch (siehe Video) formulierte.