Weniger Ausbrüche in diesem Jahr

Von den acht geflohenen Häftlingen konnten auch nur drei wirklich aus einem Gefängnis fliehen. Die anderen entkamen bei anderen Gelegenheiten. In den beiden Jahren davor lagen diese Zahlen etwas höher.

Vor genau einem Jahr entkamen drei Häftlinge mit einem Hubschrauber aus der Haftanstalt von Brügge. Ein Jahr nach dieser spektakulären Flucht wurde erneut Bilanz zu diesem Thema gezogen.

Dabei wurde deutlich, dass im ersten Halbjahr 2010 "nur“ acht Häftlinge in Belgien türmen konnten. Lediglich drei von ihnen gelang dabei tatsächlich eine Flucht aus einem Gefängnis. Die anderen fünf konnten nach Behandlungen in einem Krankenhaus oder im Zuge von Überführungen von einer Haftanstalt zu Verhören bei der Polizei oder zu Gerichtsverhandlungen das Weite suchen.

Derzeit liegen die Zahlen in diesem Bereich in etwa gleich zum Durchschnitt aus dem Jahr 2007. In den vergangenen beiden Jahren gelang mehr Häftlingen die Flucht. Seit der Hubschrauberflucht im vergangenen Jahr sind die Sicherheitsmaßnahmen in den belgischen Gefängnissen allerdings drastisch verschärft worden. Unter anderem wurden Drahtnetze und Masten gegen mögliche Landungen von Hubschraubern in Gefängnishöfen installiert.

Entspannung durch mehr Platz in Gefängnissen

Nach Angaben von Belgiens Justizminister Stefaan De Clerck (CD&V – Foto) sorgte auch die Tatsache, dass unser Land derzeit im niederländischen Tilburg Zellen für rund 500 Häftlinge mietet für eine Entspannung bei den Gefängnisinsassen. Die Überbelegung in den Haftanstalten konnte so teilweise entschärft werden, was weniger Anlass zum Türmen gibt. Daneben sorgen auch bessere Kontrollen durch Fingerabdruck-Systeme und Handyblockaden für eine Vereitelung von Fluchtvorhaben der Häftlinge.

Das alles kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Belgien zusätzliche Gefängnisse und eine Modernisierung veralteter Haftanstalten dringend braucht.