Justiz deckt Online-Bankbetrug auf

Die belgische Justiz hat ein internationales Netzwerk offen gelegt, das über das Internet Geld stehlen konnte und dieses nach Osteuropa durchschleuste. Die meisten Betrugsopfer merkten nicht, dass ihnen auf diesem Weg Geld gestohlen wurde.

Der Fall begann schon im Jahr 2007, als die eigentlich stark abgesicherten Onlinebank-Systeme der belgischen Geldinstitute KBC, Dexia und Argenta erfolgreich durch Kriminelle geknackt werden konnten. In Deutschland und Dänemark wurden damals ähnlich gelagerte Fälle bekannt.

International geführte Ermittlungen mit Hilfe der belgischen Bundespolizei und der nationalen Computer Crime Unit führten jetzt zum Erfolg.

Die betroffenen Computer waren mit einem Virus versetzt, der nur dann aktiv wurde, wenn die Benutzer online ihre Bankgeschäfte durchführten.

Dabei wurde Geld abgehoben, kurzzeitig auf bestimmte Konten überwiesen und nur Stunden später nach Osteuropa, vor allem nach Russland, geschleust.

Die Halter der Zwischenkonten durften dabei jeweils eine kleine "Provision“ der gestohlenen Summe behalten.

Kleine Beträge

Das Stehlen von hohen Summen über das Internet wäre wohl schneller aufgefallen; das wussten auch die Betrüger. Deshalb stahlen sie den bestohlenen Guthaben entsprechend "kleinere“ Beträge, die nie höher als 4.000 € lagen. Solche Beträge zahlten dann auch die Banken ihren geprellten Kunden anstandslos zurück.

Im Zuge der noch immer laufenden Ermittlungen fordert die belgische Bundespolizei die Banken auf, alle Fälle von gehackten Konten zu melden. Offenbar verschweigen die Geldinstitute viele solcher Fälle, um nicht bei ihren Kunden in Misskredit wegen eventueller Unsicherheit in Ungnade zu fallen, wie die flämische Wirtschaftszeitung De Tijd in ihrer Samstagsausgabe meldet.