Sittiche erobern Brüssels Luftraum

Die giftgrünen Sittiche sind in Brüssel keine Seltenheit mehr. Vor rund 40 Jahren waren sie in Freiheit hier kaum zu finden, doch seit einigen Jahren nahm ihre Zahl explosionsartig zu. Heute bedrohen sie sogar einheimische Vogelarten.

Nach Angaben eines Sprechers der Umweltbehörde der Region Brüssel-Hauptstadt nimmt die Zahl der Sittiche exponentiell zu. Ein Beitrag der Brüsseler Tageszeitung La Capitale berichtet von bis zu 7.000 Exemplaren 2007 und von rund 10.000 schon in diesem Jahr.

Die Präsenz der exotischen Vögel hat in Brüssel zudem eher negative Auswirkungen. Sie bedrohen den Lebensraum einheimischer Vögel und auch der Fledermäuse in der belgischen Hauptstadt. Das regionale Umweltinstitut arbeitet derzeit an einem Plan, mit dem die Sittich-Population in Brüssel beherrschbar werden soll.

Lösungen bieten sich mehrere an. Unter anderem könnte man eine größere Zahl Sittiche einfangen und sterilisieren oder man vernichtet Teile der Population, was wohl erboste Tierschützer auf den Plan bringen würde. In jedem Fall bitten die Behörden die Bevölkerung, die Sittiche nicht zu füttern.

Wo kommen die Sittiche her?

1974 wurde der Meli-Freizeitpark auf dem Bruparc-Gelände im Norden Brüssels geschlossen. In diesem Frezeitpark befand sich eine Voliere mit unter anderem 40 grünen Sittichen. Da seinerzeit niemand etwas mit diesem Vögeln anfangen konnte, ließ man sie ganz einfach frei.

Doch die Vögel akklimatisierten sich in der belgischen Hauptstadt und vermehrten sich. Aus den 40 Exemplaren des Meli-Parks hat sich mittlerweile ein Bestand von etwa 10.000 Sittichen ergeben.

Die meisten leben im Elisabeth-Park in Koekelberg oder am Gelä nde der Nato in Evere. Größere Populationen finden sich auch am Arrezo Platz in Ukkel, im Park Tenbosch in Elsene und im Jehosaphat-Park in Schaarbeek (Foto).