ING-Senioren dürfen nur 1.000 €/Woche ziehen

Ab dem 11. August dürfen Senioren, die älter als 60 Jahre sind, nur noch maximal 1.000 Euro pro Woche an einem Geldautomaten ziehen. Das hat die Bank nach einer entsprechenden Studie hierzu beschlossen. Die Senioren fühlen sich diskriminiert.

Die ING -Bank in Belgien hat diesen Entschluss gefasst, um ihre ältere Kundschaft vor Betrug zu schützen, heißt es. Aus einer Studie, die die Bank in Auftrag gegeben hatte, geht hervor, dass über 60-Jährige, am häufigsten Opfer von Betrügereien würden.

Derzeit können Senioren eine Höchstsumme von 2.500 Euro pro Woche an einem Automaten abholen. Dieser Bertrag wird jedoch ab nächster Woche für die über 60-Jährigen auf 1.000 Euro gesenkt. Gleichzeitig betont die ING, dass die Kunden dieses Limit jederzeit erhöhen dürfen.

Senior Felix, eine Interessengemeinschaft von Senioren, hält diese Maßnahme für diskriminierend. "Eine allgemeine Vorkehrungsregel für jeden über 60 ist schlichtweg Diskriminierung", so ein Pressesprecher der Interessengemeinschaft. Die ING unterstreicht noch einmal, dass sie damit lediglich ihre älteren Kunden schützen wolle.

"Unterschiede aufgrund des Alters, das geht nicht"

Das Zentrum für Chancengleichheit und Rassismusbekämpfung hat inzwischen zahlreiche Beschwerden wegen der ING-Maßnahme erhalten.

"Eine Unterscheidung aufgrund des Alters, das geht nicht, es sei denn das Ganze ist wirklich gerechtfertigt", so das Zentrum.

Auch die Politikwelt reagiert empört. Der scheidende Minister für Unternehmen Vincent Van Quickenborne spricht von einer "übertriebenen Reaktion". "Diese Maßnahme zu nehmen, ohne sich vorher mit den über 60-Jährigen beraten zu haben, ist töricht", so der Minister.

Die Vizepremier und scheidende Ministerin für Chancengleichheit Joëlle Milquet fordert die ING auf, diese Maßnahme auszusetzen. Sie findet, dass die Altersgrenze sowieso willkürlich ausgewählt worden sei, da eine große Gruppe der über 60-Jährigen beruflich noch aktiv ist.