Mehr Fliegen, weniger Mücken

Fliegen sind in diesem Sommer lästiger als in den vergangenen Jahren. Mücken sind wiederum weniger in diesem Jahr zu finden. Der Grund hierfür scheint das warme Wetter zu sein, sagt Patrick Grootaert vom Königlich Belgischen Institut für Naturwissenschaften.

"Wir haben bislang in vielen Gemeinden mehr Berichte über Fliegenplagen erhalten als sonst. Auch in Brüssel war das der Fall", erklärt der Insektenforscher Grootaert. Der Grund kann vor allem beim warmen Wetter im Monat Juli gesucht werden.

Aufgrund der warmen Temperaturen wird ihr Lebenszyklus verschnellt. Die Fliegen entwickeln sich also schneller. Dadurch fliegen sie mehr herum und sie belästigen uns mehr", heißt es. Dies gilt laut Grootaert für alle Fliegen, obwohl vor allem die Haus- und Schmeißfliegen in diesem Sommer besonders lästig seien.

Die Mücken sollen dann wiederum weniger zahlreich in diesem Sommer sein. Auch hier kann die Ursache beim Wetter gesucht werden. "Mücken haben abgestandenes Wasser nötig, um sich zu entwickeln. Die trockene Periode, die wir hinter uns haben, hat ihnen also Probleme bereitet."

Auch die Bienenbevölkerung scheint in diesem Sommer abgenommen zu haben. "Hierfür sind mehrere Faktoren verantwortlich, aber ein Hauptgrund ist eine bestimmte Zecke, die bei den Bienen schmarotzt.

Mehr Wespen aufgrund des guten Sommers und kalten Winters

In den nächsten Wochen und im Herbst werden wir wohl häufiger von Wespen belästigt werden. Nach dem guten Sommer von 2009 haben mehr Wespenköniginnen als sonst überwintern können.

Der vergangene strenge Winter konnte ihnen nichts anhaben. Wespen mögen keine sachten Winter. Ein Winter, in dem sich kaltes und warmes Wetter abwechseln ist viel schädlicher für Wespen als Monate des anhaltenden Frostes.

Die 2009 geborenen Wespenköniginnen haben sich rechtzeitig in ihren Winterunterschlupf zurückgezogen und sind bei den steigenden Temperaturen im Frühjahr wieder aufgetaucht.

Die Anwesenheit einer großen Anzahl von Wespen deutet meistens auf ein nahe gelegenes Wespennest hin. Mit dem Bau eines Wespennests wird im Frühling durch die Königin begonnen. Der Bau wird später von den anderen Wespen übernommen. In dieser Zeit gehen die Wespen auf die Suche nach eiweißreicher Nahrung, um die Larven damit zu füttern. Im Gegenzug dazu scheiden die Larven eine süßliche Substanz aus. Wespen werden eigentlich erst am Ende des Sommers und im Herbst lästig. Dann sind keine Larven mehr in den Nestern und die Wespen suchen außerhalb der Nester nach Süßem.

Letztlich gab es in den vergangenen Monaten auffallend weniger Beschwerden über Prozessionsraupen. "Es ist noch zu früh für definitive Schlussfolgerungen, aber es scheint, als ob die Städte dieses Problem unter Kontrolle bekommen hätten", so Grootaert noch.