14.000 Stellen frei und kein guter Bewerber?

Rund 14.000 offene Stellen in Flandern, für die weder Berufserfahrung noch ein bestimmtes Diplom verlangt werden, sind schwierig zu besetzen. Gleichzeitig geht aus der Statistik des flämischen Arbeitsamtes hervor, dass 50.000 Menschen, die Arbeit suchen, dem Profil der offenen Stellen entsprechen.

Jobs, bei denen lediglich die Motivation zählt, um sie auszufüllen, sind zumeist schon seit Jahren so genannte Problemberufe. Es handelt sich zum Beispiel um Berufe wie Putzhilfe, Verkäufer, Wachmann und Lagerverwalter. Häufig sind diese Jobs jedoch schlecht bezahlt oder die Arbeitszeiten sind ungünstig mit zum Beispiel viel Wochenend- oder Abendschichten.

"Selbst wenn auf eine freie Stelle drei Bewerber kommen, heißt das noch lange nicht, dass unter den Bewerbern der richtige ist", relativiert Anneke Ernon vom flämischen Arbeitsamt VDAB die Statistik.

"Außer eindeutiger Kriterien wie Diplome und Berufserfahrung spielen natürlich auch persönliche Charaktereigenschaften eine Rolle. So muss man zum Beispiel kundenfreundlich sein oder über bestimmte Fähigkeiten verfügen, was die Auswahl erschwert."

"Bei den Problemberufen dauert es in der Regel auch wesentlich länger, bis ein Arbeitgeber einen geeigneten Kandidaten gefunden hat, aber letztlich werden die meisten Stellen dann doch noch ausgefüllt", erklärt Ernon.

Seit Beginn der Wirtschaftskrise hat die Arbeitslosigkeit zugenommen, aber auch das hat nicht dazu geführt, dass derartige Jobs besetzt werden. Im Gegenteil: die Zahl der offenen Stellen ist seit Januar mit knapp 3.000 gestiegen.