Duvel kauft De Koninck

Die Brauerei Duvel Moortgat übernimmt den Antwerpener Bierbrauer De Koninck. Der Spezialbierbrauer legt für die Übernahme rund 30 Millionen Euro auf den Tisch. Mit De Koninck kauft Duvel Moortgat nicht nur eine starke Marke, sondern auch eine umfangreiche Immobilienanlage in Antwerpen.

Mitt Juni wurde bereits bekannt, dass es zwei Bewerber für die Übernahme des familiären Antwerpener Bierbetriebs gebe. Neben Duvel Moortgat bot auch der niederländische Bierriese Heineken mit. 

De Koninck bleibt also in flämischer Hand. "Wir haben einander schnell gefunden: Familienwerte und Tradition sind Begriffe, die sich unsere Brauereien ganz oben auf das Banner schreiben", so Michel Moortgat, der Chef von Duvel Moortgat in einem Pressebericht.

De Koninck ist vor allem für sein "bolleke" bekannt. Das ist ein bernsteinfarbenes Bier mit hoher Gärung und einem Alkoholgehalt von 5 Prozent, das in einem halbrunden Glas serviert wird. Das Bier ist besonders im Großraum Antwerpen beliebt, wird aber auch viel in den Niederlanden getrunken.

Übernahme

Duvel Moortgat hat in den vergangenen Jahren mit Brassere d'Achouffe und Liefmans einige gezielte Übernahmen getätigt. Für den Brauer aus Breendonk bedeuten die Biere von De Koninck außerdem eine schöne Erweiterung seines Sortiments. Das besteht derzeit aus dem Weißbier Duvel, dem Abteibier von Maredsous, den Fruchtbieren von Liefmans, den Chouffe-Bieren, Bel Pils und dem Luxuspils Vedett.

De Koninck ist für Duvel Moortgat aber auch interessant wegen seines Immobilienpatrimoniums. Neben dem Brauereigelände handelt es sich um sieben (Wohn)Gebäude und 63  Hotel-, Gaststätten- und Caféeinrichtungen, die sich hauptsächlich in Antwerpen befinden. Die Übernahme umfasst auch den Bierhandel "Brouwerij De Valk" aus Wijnegem, der täglich hunderte Cafés und Restaurants beliefert.

"Duvel Moortgat hatte bereits knapp 80 eigene Gebäude und wird mit der Übernahme diese Zahl also verdoppeln", so Michel Moortgat.

Im Pressebericht sagt Michel Moortgat noch, dass er die Marke De Koninck schrittweise ausbauen wolle. Er hofft, dass er den Bierverbrauch von dunklem leichten Bier wieder ankurbeln kann. Er denkt auch an die verschiedenen Möglichkeiten des Exports.

De Koninck verkauft

Die Brauerei De Koninck produzierte zu Hochzeiten in den 90er Jahren 130.000 Hektoliter pro Jahr. Heute ist die Produktion auf  weniger als die Hälfte zurückgegangen. Das liegt vor allem an "dem schrumpfenden Biermarkt und einem starken Rückgang des bernsteinfarbenen Segments".

Nach Angaben der Nationalbank hatte De Koninck vergangenes Jahr einen Nettoverlust von 300.000 Euro bei einem Umsatz von 6,6 Millionen Euro.