Vangheluwe zahlte Geld an das Opfer

Der ehemalige Bischof von Brügge, Roger Vangheluwe, hat der Familie seines Neffen, den er sexuell missbraucht hat, jahrelang große Geldsummen bezahlt. Der Sprecher des Bistums bestätigt das.

Über die Zahlungen des ehemaligen Bischofs an seinen Neffen, den Vangheluwe sexuell missbraucht hat, hat der Krimiautor Pieter Aspe bereits im französischsprachigen Wochenmagazin Le Vif/L'Express berichtet.

Der Sprecher des Bistums Brügge, Peter Rossel, bestätigt dies nun: "Ich kann bestätigen, dass Monseigneur Roger Vangheluwe noch bis letztes Jahr dem Opfer ansehnliche Geldsummen bezahlt hat. Ich möchte betonen, dass er das stets als Schadensersatz ausgelegt hat. Es kann also keine Sprache von Schweigegeld sein."

Vangheluwe selbst hat sich nach Bekanntwerden der Sache in das Kloster von  Westvleteren zurückgezogen.

"Geld ist keine gute Idee"

Karlijn Demasure zufogle, die bis vor kurzem noch im Ausschuss Adriaenssens mitarbeitete, ist die Bezahlung von Geldsummen zwischen Täter und Opfer des Missbrauchs eine schlechte Idee. "Wird ein Fall nicht vor Gericht gebracht, ist es sehr heikel, Geld zu geben", so Demasure.

"Sie können das von zwei Perspektiven aus betrachten. Ist das Opfer mit dem Betrag zufrieden, sagt es leicht: Ich sehe das als eine Art Schadensersatz an. Verlangt das Opfer aber mehrere Male Geld, dann kann das sehr schnell als Schweigegeld ausgelegt werden. Ich weiß nicht, ob es sich hier um eine Art Erpressung gehandelt hat oder nicht."