Antwerpen: Wer kauft Opel-Werk?

Das Gelände der Opel-Fabrik in Antwerpen steht seit Mittwoch offiziell zum Verkauf aus. Opel-Mutterkonzern General Motors beauftragte den Immobilienhändler CBRE damit, einen Käufer zu finden. Dadurch gerät eine Arbeitsgruppe der flämischen Landesregierung gehörig unter Druck.

Die Arbeitsgruppe der flämischen Landesregierung beschäftigt sich mit der Suche nach neuen Aktivitäten für die Anlagen, denn General Motors hatte Ende Juni, wie angekündigt, den Opel-Standort Antwerpen geschlossen.

Offenbar verhandelt die flämische Regierung derzeit mit  möglichen Investoren, darunter zwei Autobauer aus China. Einer der Interessenten für eine Fortsetzung der Aktivitäten an diesem Standort scheint ein europäisches Unternehmen aus dem Automobilsektor zu sein.

Flanderns Ministerpräsident Kris Peeters (CD&V - Foto) sagte am Donnerstag, dass die Verkaufspläne von Seiten General Motors' gegen alle getroffenen Vereinbarungen verstoßen, denn es werde derzeit aktiv nach Investoren gesucht: "Derzeit liegen uns drei seriöse Kandidaturen möglicher Investoren vor. Diese müssen ernsthaft geprüft werden. Ich gehe davon aus, dass GM diese Dossiers korrekt analysiert und dem entsprechend handelt."

Das Opel-Gelände befindet sich im Antwerpener Hafengebiet und umfasst rund 950.000 m². Die Hälfte dieser Fläche ist mit den Produktionsgebäuden, Büros und Lagerhallen bebaut.

Der Rest besteht aus Parkplätzen, sowohl für die Beschäftigten, als auch für bereits produzierte Autos. Ein Verkauf der Liegenschaften können bis zu 100 Millionen € einbringen.

Entschädigungen für die Beschäftigten

Das GM-Management in den USA hat nach eigenen Angaben 400 Millionen € für die Finanzierung des Sozialplans für die übrig gebliebenen Beschäftigten des Opel-Standorts in Antwerpen freigemacht. Das entspricht einer durchschnittlichen Summe von 153.250 € pro Person. Nach Abzug aller Nebenkosten bleibt davon etwa die Hälfte netto übrig.

Die tatsächliche Höhe der auszuzahlenden Summen ist individuell und von Person zu Person verschieden, wie die flämische Wirtschaftszeitung De Tijd meldet. Sie richtet sich nach Alter, Betriebszugehörigkeit und ausgeübter Funktion.

2007 erhielten die damals etwa 1.850 entlassenen Antwerpener Opelaner rund 144.000 €. Im Juni verließ rund die Hälfte der insgesamt noch 2.610 Beschäftigten das Werk – ebenfalls mit einer Prämie.