Weiterhin kaum Platz für Asylbewerber

Die Krise um mangelnde Auffangplätze für Asylbewerber nimmt weiter zu. Mehrere Flüchtlings- und Hilfsverbände schlagen Alarm und fordern von Bund und Ländern einen Notplan, der eine "humanitäre Katastrophe" vor dem kommenden Winter vermeiden soll.

Das Flüchtlingswerk Flandern und die Hilfsorganisation Ciré appellieren an die belgische Bundesregierung, endlich etwas gegen die Krise im Bereich der Auffangmöglichkeiten für Asylbewerber zu unternehmen.

Seit Oktober 2009 seien mehr als 3.500 Asylbewerber - Männer, Frauen und Kinder - alleine im belgischen Bundesland Flandern angekommen.

Die meisten von ihnen flüchteten aus einer Krisen- oder Kriegsregion irgendwo auf der Welt. Rund 1.000 von ihnen wurden in Hotels untergebracht und sich selbst überlassen. Darunter seien auch viele Kinder ohne Begleitung Erwachsener.

Viele andere hätten überhaupt kein Dach über dem Kopf erhalten und leben auf der Straße, ohne Aussicht auf eine bessere Zukunft und ohne jegliche soziale Unterstützung. Flüchtlingswerk Flandern und Ciré rufen die verschiedenen Regierungsinstanzen in Belgien dazu auf, diese Krise ernst zu nehmen und zwar „ohne sich dabei in kafkaeske Verwaltungsprozeduren zu verlieren.“

Die Regierungen sollen zum Beispiel leerstehende staatliche Gebäude öffnen oder endlich die schon lange versprochenen Wohncontainer aufstellen. Flüchtlinge oder Asylanten, die schon sehr lange im Lande seien, sollen in die Verantwortung der Kommunen übergeben werden, die meist hilfreicher seien, als staatliche oder Landesbehörden.