“Endziel ist Flanderns Unabhängigkeit”

In Steenstraete bei Ypern haben sich am Sonntag etwa 5.000 radikale flämische Nationalisten zur jährlichen Ijzerwake (Yzerwache) versammelt. „Ein unabhängiger flämischer Staat bleibt für uns noch immer das Endziel“, hieß es.

Die radikalere Ijzerwake trennte sich vor fast zehn Jahren von der eher pazifistischen Ijzerbedevaart (Yzerpilgerfahrt), die nächsten Sonntag veranstaltet wird. Seit Jahren ist die Yzerwache erfolgreicher als ihre Konkurrenzveranstaltung.

Der Vorsitzende Wim De Witt nannte die letzten belgischen Parlamentswahlen historisch. „Noch nie haben sich so viele Flamen für eine radikale flämisch-nationalistische Partei entschieden. Ein unabhängiger flämischer Staat muss jetzt noch mehr als in der Vergangenheit unser Endziel sein.“ Er forderte alle flämischen Parteien zur Bildung einer gemeinsamen Front auf.

Sollten die aktuellen Verhandlungen über eine Staatsreform aber erneut scheitern, bedeute dies: „Dann ist erneut der Beweis erbracht, dass Belgien nicht mehr zu regieren ist und dann gibt es nur eine Schlussfolgerung, diese Komödie muss mit der Teilung des Landes beendet werden“, so De Wit.

Festnahmen

Am Rande der Veranstaltung nahm die Polizei am Nachmittag zehn Wallonen fest, bevor sie das Gelände betreten konnten. Sie stammten aus der Gegend von Lüttich und waren mit Schlagstöcken und Boxringen bewaffnet.

Über ihre Motive schwiegen sich die zehn, als Anarchisten umschriebenen, aus. Sie waren in zwei Fahrzeugen angereist. Bei der Fahrzeug- und Personenkontrolle fand die Polizei die verbotenen Waffen. Erst mehrere Stunden nach Ablauf der Yzerwache wurden sie wieder frei gelassen.