Europa League: Gent und Brügge weiter

Mit dem RSC Anderlecht, der aus der Champions League herüberkommt, stehen drei belgische Vereine in der Europa League. Am Donnerstagabend qualifizierten sich AA Gent in den Play-offs gegen Feyenoord Rotterdam und Club Brügge gegen Dynamo Minsk. Racing Genk hatte gegen den FC Porto keine wirkliche Chance.

Bei AA Gent war die Freude groß, denn das Rückspiel gegen Feyenoord Rotterdam erwies sich nach dem mit 0:1 verlorenen Hinspiel als regelrechter Fußballkrimi.

In den ersten Minuten der Partie geriet Gastgeber Gent gehörig unter Druck und die niederländischen Gäste kamen einigen Treffern bedrohlich nahe.

Doch im Laufe der ersten Halbzeit drehte das Spiel. In der 34. Minute explodierte das Genter Ottenstadion, als Yaya Soumahoro zum 1:0 traf. Er profitierte von einem Fehler des Feynoord-Keepers Erwin Mulder, der einen Ball wegboxen wollte, dabei aber direkt Soumahoro (Foto) anspielte, der nur noch einzulochen brauchte.

Jetzt kamen die Rotterdammer aber wieder zurück ins Spiel, doch die junge Mannschaft war dem Druck wohl nicht gewachsen. Nach gut einer Stunde erhöhte Elimane Coulibaly nach Vorgabe von Randall Azofeifa auf 2:0 und qualifizierte seine „Buffalos“ damit. Doch nun galt es, diese Qualifikation auch zu sichern und musste 30 Minuten lang gezittert werden. Doch die Schlussoffensive von Feyenoord scheiterte an Gent-Torwart Jorgacevic, der seinen Kasten sauber hielt.

Yvan De Witte, der Vorsitzende von AA Gent, nannte den Sieg gegen Rotterdam und die Qualifikation für die Europa League „meinen schönsten Moment in den vergangenen 10 Jahren!“

Club Brügge - Hoefkens verwandelt zwei Strafstöße

Club Brügge qualifizierte sich recht einfach mit einem 3:2 für die Hauptrunde der Europa League und profitierte dabei im Rückspiel von gleich zwei Handspielfehlern der Weißrussen im gegnerischen Strafraum in der ersten Halbzeit.

Club-Kapitän Carl Hoefkens (Foto Mitte) setzte beide Penaltys eiskalt um und besiegelte damit das Schicksal von Dynamo Minsk. Noch in der ersten Halbzeit traf auch der Ex-Lütticher Wilfried Dalmat für Brügge.

Dynamo Minsk kam in der zweiten Halbzeit noch auf 2:3 heran, doch nach dem mit 1:2 verlorenen Hinspiel hätten die Weißrussen mit fünf Toren Unterschied gewinnen müssen – was auch vor heimischer Kulisse unmöglich gewesen wäre.

Leider haben diese tolle Partie und die Qualifikation für die Europa League für den Club aus Brügge doch einen etwas faden Beigeschmack. Stürmer Joseph Akpala musste schon nach 10 Minuten mit einer Knieverletzung vom Platz getragen werden und es steht zu befürchten, dass er die kommenden Partien in der EL und in der eigenen Liga verpassen muss.

RC Genk - Schulausflug nach Porto

Das Hinspiel gegen den FC Porto hatte Racing Genk schon mit 0:3 verloren und somit schien eine Qualifikation auch schier unmöglich. Das wusste auch Trainer Franky Vercauteren, als er mit einer Mannschaft aus zumeist jungen Spielern nach Portugal reiste.

Porto bestimmte das Tempo, doch die Limburger aus Genk schafften es ab und zu, dieser europäischen Spitzenmannschaft doch weh zu tun, zum Beispiel als Yeboah kurz nach dem Anpfiff knapp das gegnerische Tor verfehlte.

Die Portugiesen gewannen zwar die meisten Duelle, doch es waren die Gäste aus Belgien, die den Torreigen eröffneten, als Vossen nach Vorgabe von Dugary zum 0:1 traf. Doch nur kurz danach hebelte Genk-Keeper Köteles (Foto) Hulk von den Beinen - Strafstoß! Doch Köteles hielt.

Später hatte er aber das Nachsehen, als Hulk einen Freistoß glatt umsetzen konnte. Beim Treffer von Fernando sah Köteles wieder nicht gut aus. Kurz vor Schluss traf Vossen zum zweiten Mal für Genk, doch Hulk machte auch noch das 4:2. So hieß es am Ende für Vercauteren und Racing Genk: „Nichts gewonnen aber viel gelernt.“