Gute Stimmung beim Memorial Van Damme

Die 34. Ausgabe des Athletikmeetings Memorial Van Damme in Brüsseler König Baudouin-Stadion war ein voller Erfolg und ein Sportfest der besonderen Art. Vor ausverkauftem Haus zeigten die belgischen 400 m-Läufer am Freitagabend einmal mehr, dass sie zur Weltspitze gehören.

Beim 400 m-Lauf waren die belgischen Helden von Barcelona noch einmal in einem Wettstreit zu erleben. Dabei wurde Jonathan Borlée 2., sein Bruder Kevin, der Europameister von Barcelona, 4. und Cédric Van Branthegem in seinem allerletzten offiziellen Rennen 8 (Foto). Danach verkündete der 34jährige lauthals: "Jetzt gehe ich ein Bierchen trinken!“

Nery Brenes aus Costa Rica gewann die 400 m der Männer. Er kam als erster aus der Kurve und gab seine Führung nicht mehr her. Die Brüder Borlée hatten eigentlich auf Sieg gesetzt, doch am Ende einer schlauchenden aber erfolgreichen Saison fehlten die Kräfte. "Wir haben alles gegeben. Dieses Publikum ist fantastisch. Was ein Empfang!“, sagten die beiden im Chor.

Auch Cédric Van Branteghem (Foto) genoss seinen letzten Lauf seiner aktiven sportlichen Laufbahn sichtlich. Schon vor dem Start wurde er mit stehenden Ovationen begrüßt. Nach dem Rennen erhielt er aus den Händen von Memorial-Veranstalter Wilfried Meert eine Trophäe für seine Karriere.

Gay gewinnt die 100 m mit toller Zeit

Tyson Gay, einer der "Topacts“ des Meetings, sorgte für einen absoluten Höhepunkt im Brüsseler Stadion. Er gewann den 100 m-Sprint, den Höhepunkt eines jeden Athletikmeetings, mit einer hervorragenden Zeit von 9“79.

Gay (Foto Mitte) konnte dabei den Jamaikaner Nesta Carter, der einen super Start hinlegte, überholen. Carter, Sparringpartner von Usain Bolt, konnte nur noch staunen. Mit seinen 9“79 sorgte Tyson Gay beim Memorial Van Damme für die zweitbeste Zeit in der laufenden Saison.

Enttäuschung bei Bolshakova

Die belgische Dreispringerin Svetlana Bolshakova, die bei der Europameisterschaft in Barcelona noch die Bronzemedaille holte, enttäuschte. Die aus Russland stammende Sportlerin wurde mit 14,04 m nur 6. „Ich bin nicht zufrieden, denn ich kann es besser“, sagte sie schwer enttäuscht. „Gerade jetzt, wo meine Familie aus Russland zu Besuch ist, um mich bei der Arbeit zu erleben, mache ich schlechte Sprünge.“

Aber, sie musste auch zugeben, dass sie eine hervorragende Saison, wenn nicht ihre erfolgreichste Saison überhaupt, hinter sich hat. Klar, dass sie jetzt mental und körperlich ausgelaugt ist. Doch voller Zuversicht geht sie nach ihrem wohlverdienten Urlaub die kommende Saison an.