Vor 75 Jahren starb Königin Astrid

An diesem Sonntag jährt sich der Unfalltod von Königin Astrid zum 75. Mal. Sie kam bei einem Autounfall am Vierwaldstätter See in der Schweiz ums Leben. Ihr drittes Kind, der heutige belgische Monarch, König Albert II., nahm zu ihren Ehren an den Feierlichkeiten in Belgien und in der Schweiz teil.

Am 29. August 1935 verlor König Leopold auf einer Straße bei Küssnacht am Rigi am Ufer des Vierwaldstätter Sees die Kontrolle über seinen Wagen und stürzte die steile Uferböschung hinunter.

Die Königin, die mit ihrem vierten Kind schwanger war, wurde beim Unfall aus dem Wagen und gegen einen Baum geschleudert. Sie verstarb noch in den Armen des Königs an ihrer schweren Kopfverletzung.

In der Königin-Astrid-Kapelle im Briquemont bei Rochefort in den belgischen Ardennen fand am Samstag im Beisein des belgischen Monarchen ein erster Gedenkgottesdienst statt (Foto).

Am Sonntag begab sich König Albert II. nach Küssnacht in die Schweiz am Ufer des Vierwaldstätter Sees, wo er einer Messe zum Gedenken an seine Mutter beiwohnte. Dort, wo vor genau 75 Jahren der tödliche Unfall geschah, steht heute eine Kapelle.

Die Stadt Küssnacht übereignete Leopold das Grundstück, auf dem der Unfall geschah. Der Regent ließ dort eine Gedenkkapelle errichten. Die ehemalige belgische Kaserne Camp Astrid in Eschweiler bei Aachen (NRW) ist ebenfalls nach ihr benannt.

Wer war Königin Astrid?

Prinzessin Astrid, geboren am 17. November 1905 in Stockholm, war die dritte Tochter von Prinz Oscar Karl Wilhelm von Schweden, Herzog von Västergötland (1861-1951), Sohn von König Oskar II. von Schweden, und seiner Frau, Prinzessin Ingeborg von Dänemark (1878-1958), Tochter des dänischen Königs Friedrich VIII.

Am 4. November 1926 heiratete Prinzessin Astrid in Stockholm den belgischen Thronfolger und späteren König Leopold III. (1901-1983), den ältesten Sohn von König Albert I. von Belgien und der Prinzessin Elisabeth Gabriele von Bayern. Durch diese Heirat wurde aus der schwedischen Prinzessin die belgische Königin. Aus der Verbindung gingen drei Kinder hervor:

Joséphine-Charlotte (1927-2005), die 1953 Großherzog Jean von Luxemburg heiratete, der spätere König Baudouin I. (1930-1993), der 1960 Doña Fabiola de Mora y Aragón ehelichte und dessen Nachfolger, der heute amtierende belgische Monarch König Albert II. (geboren 1934), seit 1959 mit der italienischen Prinzessin Paola Ruffo di Calabria verheiratet.