Wieder mehr Klagen nach Rassismus

Letztes Jahr sind beim Zentrum für Chancengleichheit und Rassismusbekämpfung knapp 2.900 Beschwerden eingegangen. Das entspricht einer Zunahme von 30 Prozent im Vergleich zu 2008. Meistens handelt es sich um Beschwerden über Rassismus und Diskrimination wegen einer Behinderung.

Die Zahlen wurden am Dienstag mit dem Jahresbericht 2009 des Zentrums für Chancengleichheit und Rassismusbekämpfung präsentiert. Bei 1.800 von 2.900 Beschwerden wurden Ermittlungen eingeleitet. Eine von zwei Beschwerden beruft sich auf Rassismusdelikte. An zweiter Stelle stehen mit 15 Prozent Beschwerden über Diskriminierung von Personen mit einer Behinderung. Die Zahl der Beschwerden über Diskriminierung via Internet steigt weiter.

Das Zentrum für Chancengleichheit und Rassismusbekämpfung nimmt an, dass die steigende Zahl von Beschwerden auch auf eine größere Bekanntheit des Zentrums zurückzuführen ist.

Jozef De Witte (Foto), der Direktor des Zentrums, rechnet in Zukunft mit noch mehr Beschwerden. Es gebe zum Beispiel immer mehr Beschwerden im Bereich des Wohnwesens. Gerade dort würden Menschen mit einer Behinderung diskriminiert. De Witte nennt einen weiteren Fall, in dem ein Bekleidungsgeschäft sich weigerte, einen Mann mit einem Arm einzuestellen. Später habe der Besitzer den Behinderten doch angestellt und sei nun sehr zufrieden mit ihm. 

Das Zentrum plädiert in diesem Zusammenhang auch für mehr behindertengerechte Einrichtungen in Schulen, am Arbeitsplatz und auf dem Weg dort hin.