01.09.2010: Das Bier wird teuerer

Die neue Maßnahme, die bei Teilen der Gesellschaft in Belgien wohl am härtesten treffen wird, ist die Verteuerung des Bierpreises. Doch auch auf Ebene des Justizwesens werden einige wichtige Neuerungen in Angriff genommen.

Der Bierpreis steigt ab dem 1. September in Belgien um 1,7 bis 2 %. Die belgisch-lateinamerikanische Brauereigruppe AB Inbev, die unter anderem die klassischen belgischen Biere Stella, Jupiler und Hoegaarden braut, führt eine Preiserhöhung sowohl bei den Getränkehändlern, als auch im Großhandel um 1,7 % durch.

Die Brauerei Alken Maes folgt dieser Maßnahme des großen Konkurrenten auf dem belgischen Markt und erhöht seinerseits die Preise um 2 %.

Unklar ist bisher, ob alle Cafés und Gaststätten diese Preiserhöhung an die Kundschaft weitergibt.

Ho.Re.Ca Flandern, der Dachverband der Gaststätten-, Restaurant- und Hotelbetreiber im belgischen Bundesland Flandern, rät seinen angeschlossenen Mitgliedern dazu, dies zu tun.

Geheimdienste mit mehr Befugnissen ausgestattet

Die belgischen Nachrichtendienste erhalten mehr Zuständigkeiten und Befugnisse. Sie erhalten in Zukunft leichter Einsicht in Bankkonten, dürfen Emails von Zielpersonen lesen und Telefone abhören. Allerdings ist eine Aufsichtskommission derzeit noch nicht zusammengestellt worden. Deshalb wird die neue Regelung vorerst noch nicht in die Praktik umgesetzt.

Ab Stichtag 1. September 2010 müssen alle Fälle, die vor dem Brüsseler Berufungsgericht landen, schneller und effizienter behandelt werden. Dies beinhaltet ein Protokollabkommen, dass das Berufungsgericht, die Generalstaatsanwaltschaften und die Anwaltskammern von Brüssel, Löwen (Leuven) und Nijvel (Nivelles) gemeinsam unterzeichnet haben.

Sondereinheit: Zusätzliche Ermittler

Eine auffallende Neuigkeit ist auch die Tatsache, dass das Ermittlungsteam, das sich mit der Suche nach der Killerbande von Brabant (die in den 1980er Jahren eine blutige Spur nach mehreren brutalen Überfällen mit 28 Toten hinterließ) aufgestockt wird.

Nach TV-Sendungen und Rekonstruktionen von Vorfällen erreichten die Ermittler mehr als 500 Tipps, von denen einige offenbar auf recht interessante Spuren hinweisen. Um diesen Hinweisen konkret nachgehen zu können, braucht diese Sondereinheit, die in den letzten Jahren stets kleiner werden musste, jetzt wieder zusätzliche Kräfte.