Drogen: N-VA-Senatorin muss zurücktreten

Kim Geybels (N-VA) nimmt Abstand von ihrem Senatsmandat, nach dem sie und ihr Liebhaber in Thailand in eine Drogengeschichte geraten waren. Sie verlässt auch die N-VA-Fraktion im belgischen Bundesparlament.

Kim Geybels, die für die flämischen Nationaldemokraten N-VA im Senat sitzt und der dortigen Fraktion angehört, tritt zurück. Sie und ihr Liebhaber, der N-VA-Lokalpolitiker Bas Lyuten aus Keerbergen (Flämisch-Brabant), wurden während ihres Urlaubs in Thailand in eine Drogengeschichte verwickelt.

Ersten Berichten zu Folge soll sich Lyuten in Bangkok auf die Suche nach Drogen gemacht haben. Mit den Dealern, die ihm diese Drogen verkauft hatten, kam er wohl später ins Hotel.

Am Tag danach hatten diese Dealer Lyuten und Geybels erpresst, in dem sie angaben, die Polizei zu rufen, denn in ihrem Hotelzimmer seien Drogen versteckt. Die beiden N-VA-Politiker zahlten das verlangte Geld.

Danach hatte sich die Senatorin bei der belgischen Botschaft in Bankok gemeldet, da sie und ihr Freund nun kein Geld mehr hatten. Die Botschaft verschaffte den beiden einen Flug nach Paris.

Zurück in Belgien nahm Kim Geybels Kontakt mit ihrer Partei und mit Danny Pieters, dem Chef der N-VA-Fraktion im Senat auf. Dort wurde nach langen Gesprächen vereinbart, dass Geybels die Fraktion verlässt und ihren Senatsposten aufgibt. Ihr Nachfolger wird Piet De Bruyn, derzeit noch Sprecher von Philippe Muyters (N-VA), Flanderns Landeshaushaltsminister.

Ex-Senatorin Geybels legt Wert auf die Feststellung, dass sie keine Fehler gemacht habe. Sie sei lediglich Opfer einer Erpressung durch Personen geworden, die ihr Reisebegleiter getroffen habe. Ob sie poltisch aktiv bleiben wird ist unklar. Sicher ist nur, dass sie Mitglied der N-VA bleibt.

Wahlerfolg, Kleiderordnung und tiefer Fall

Kim Geybels erzielte als Politneuling bei den Parlamentswahlen vom 13. Juni für die flämischen Nationaldemokraten N-VA auf Anhieb rund 40.000 Vorzugsstimmen. Erstes Medieninteresse erfolgte kurz nach ihrer Vereidigung als Senatorin durch harsche Kritik ihres Parteikollegen Siegfried Bracke (ein früherer VRT-Fernsehjournalist), der Anstoß an ihrer zu freizügigen Kleidung nahm, die der ehemalige Fliegenträger für eine Politikerin und Senatorin unangepasst fand.

Vor den Wahlen arbeitete Kim Geybels als Notärztin in einem Krankenhaus in Overpelt in der Provinz Limburg. Diesen Posten wird sie wohl wieder einnehmen, nachdem sie sich vorerst aus der aktiven Politik verabschieden muss. Im Laufe des Mittwochs wurde auch bekannt, dass sie den Vorsitz der Jung-N-VA abgeben muss. In der Jugendbewegung der flämischen Nationaldemokraten hatte sie ihre politische Laufbahn begonnen.

Ihr Liebhaber Bas Luyten hatte mit seiner Drogensucht schon jetzt Probleme mit der N-VA und sein kommunales Mandat in Keerbergen war umstritten. Erst vor kurzem stellte ihn Kim Geybels übrigens als Mitarbeiter in ihrem Amt als Senatorin ein. Am Mittwoch wurde bekannt, dass er nicht mehr Mitglied der Partei sein soll.