Kaum Entspannung nach der Krise

In den Sommermonaten verzeichnete Belgien eine weitere Rekordanzahl an Konkursen. Zudem hat der Arbeitsmarkt noch nicht vom leichten Wirtschaftswachstum profitieren können, wie die Septemberzahlen in Flandern belegen.

In den Sommermonaten Juli und August hat es in Belgien so viele Unternehmenskonkurse gegeben wie noch nie zuvor.

Nach Angaben des Studienbüros Graydon mussten alleine im Juli 605 Firmen ihre Bücher schließen - 13 % mehr als imgleichen Monat des Vorjahres.

Im gerade zu Ende gegangenen Monat August meldeten 451 Unternehmen ihren Konkurs an - wieder etwa 13 % mehr als im Vergleichsmonat in 2009.

Eigentlich, wie aus Statistiken ersichtlich ist, gehen die Zahlen der Firmenkonkurse in den Sommermonaten eher zurück, doch dieses Jahr muss die Wirtschaft mit dramatischen Zahlen fertig werden.

Flandern: Leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit

Seit Jahresbeginn 2010 sind in Belgien etwa 15.500 Arbeitsplätze durch Pleiten und Konkurse verloren gegangen. Der Arbeitsmarkt kann auch dadurch noch nicht von der leichten Entspannung nach der Krise profitieren.

Im belgischen Bundesland Flandern zum Beispiel ist die Zahl der Arbeitssuchenden ohne Anstellung auf Jahresbasis - von August 2009 bis August 2010 - um 1,2 % angestiegen. Damit sind derzeit fast 230.000 Flamen (7,9 % der Bevölkerung) arbeitslos, wie die aktuellen Zahlen des flämischen Arbeitsamtes VDAB belegen.

Das beweist, dass hier die Arbeitslosigkeit weiter ansteigt, wenn auch lange nicht mehr so drastisch, wie in den Monaten zuvor. Auffallend hierbei ist, dass die kurzzeitige Arbeitslosigkeit um 6 % gesunken ist. Das bedeutet, dass die Zahl der Langzeitarbeitslosen wieder nach oben geht. Gute Nachrichten kommen allerdings aus dem Bereich Jugendarbeitslosigkeit.

In Flandern sank die Arbeitslosigkeit im dritten Monat in Folge - im August um 2,2 %. Dies sind positive Nachrichten, denn eigentlich strömen im Sommer viele Studien- und Schulabgänger auf den hiesigen Arbeitsmarkt.