Gordel: Politiker glauben noch an Lösung

In diesem Jahr findet die Gordelveranstaltung zum 30. Mal seit ihrem Bestehen statt. Auch dieses Mal wandern und radeln wieder viele flämische Politiker auf der Tour rund um Brüssel mit. Trotz Regierungskrise glauben die meisten weiterhin an eine Einigung.

Die Gordel, wörtlich übersetzt Gürtel, ist eine teils politische, teils familiäre Rad- und Wanderveranstaltung auf flämischem Gebiet rund um Brüssel.

Sie findet jedes Jahr am ersten Sonntag im September statt und hat symbolischen Charakter. Sie unterstreicht, dass die Gemeinden um Brüssel zu Flandern gehören und damit flämisch sind und drückt die Solidarität der gesamten flämischen  Gemeinschaft mit den Flamen, die in diesen Gemeinden rund um Brüssel leben, aus.

In diesem Jahr findet die 30. Ausgabe der Gordel statt. Traditionsgemäß nehmen auch an diesem Sonntag wieder jede Menge Politiker teil. Die meisten glauben trotz Krise noch an eine Einigung zwischen flämischen und französischsprachigen Parteien.

Der flämische Ministerpräsident Kris Peeters von den flämischen Christdemokraten CD&V bedauert, dass es bislang zu keiner Einigung gekommen ist, aber jetzt gebe es ja zwei neue Personen. "Wir werden sehen und einen kühlen Kopf bewahren. Wir glauben an unsere Argumente und ich hoffe, dass wir einen Kompromiss finden werden."

Die beiden vom König ernannten Vermittler, Kammerpräsident André Flahaut und Senatsvorsitzender Danny Pieters müssten laut Peeters zunächst schauen, wie sie aus der Sackgasse gelangten und dann die anderen Parteien an einen Tisch bringen, um ein gutes Abkommen zu schließen.

Auch der flämische Innenminister Geert Bourgeois nimmt an der Gordel teil und auch er glaubt weiterhin an eine Lösung.

"Wir sind noch nicht am Ziel. Wir haben zur Zeit eine Krise, aber vielleicht ist die Krise notwendig, um aus dem Dilemma zu kommen", so Bourgeois.

Der Spitzenpolitiker der flämischen Sozialisten, Frank Vandenbroucke, reagiert wie seine Parteipräsidentin Caroline Gennez, die enttäuscht ist über das Scheitern der Vorregierungsbildung. Vandenbroucke findet es nicht angebracht, mit dem Finger auf die Schuldigen zu zeigen,  aber er hofft, dass Flahaut und Pieters der Vermittlungsauftrag gelingt. Sie sollen die Parteien davon überzeugen, dass sie das Gespräch wieder aufnehmen müssen.

Sabotage bei Gordel

Auch in diesem Jahr  wurde die Gordel wieder sabotiert. So wurden in Sint-Genesius-Rode Reißnägel auf eine Allee geworfen und in Wezembeek-Oppem und Kraainem wurden Hinweisschilder abmontiert.

In Sint-Genesius-Rode wurden die Hinweisschilder mit frankophonen Aufklebern zugeklebt, auf denen zu lesen ist: "Nous ne vendons pas Bruxelles" und "Pas de scission de BHV", also: "Wir verkaufen Brüssel nicht" und "Keine Spaltung von BHV".