Wallonien in die Zukunft ohne Flandern?

Der wallonische Ministerpräsident Rudy Demotte von den frankophonen Sozialisten PS, der zugleich auch Ministerpräsident der französischsprachigen Gemeinschaft ist, meint, dass die Französischsprachigen das Heft nun selbst in die Hand nehmen müssten und dass Wallonien dringend über eine Zukunft ohne Flandern nachdenken müsse.

"Die Wallonen und französischsprachigen Brüsseler haben die  Mittel und Fähigkeiten", sagte Demotte gegenüber dem frankophonen Sender RTBF. 

"Wir müssen darüber nachdenken, was wir jetzt am besten machen, was wir für uns selbst tun können und wir dürfen nicht zu lange damit warten. Sicher ist, dass wir das Heft selbst in die Hand nehmen müssen."

Weiter betonte Demotte, dass er nicht glaube, dass der N-VA-Vorsitzende Bart De Wever eine Einigung wolle.

Demotte zufolge sei es keine gute Idee, jetzt neue Gesprächspartner an den Tisch zu holen. Das vereinfache die Dinge wohl kaum, weil man wieder von vorne anfangen müsse.

Zuvor hatte auch schon Vizepremier Laurette Onkelinx (PS, kleines Foto) gesagt, dass sich die Französischsprachigen auf das Ende von Belgien vorbereiten sollten. Diese Äußerung machte sie gegenüber der französischsprachigen Zeitung La Dernière Heure. Auch Onkelinx zweifelt daran, dass die N-VA in der Lage ist, einen Kompromiss zu schließen. "Ein Kompromiss heißt auch, dass man einige enttäuschen muss. Verhandeln birgt immer ein Risiko", so Onkelinx.

Ihr zufolge hat die CD&V eine Schlüsselposition inne, um aus der Sackgasse zu gelangen. "Der König hat die CD&V nicht umsonst erst am Freitag konsultiert, obwohl sie nicht die größte Partei ist", fügt sie hinzu.