Belgier meinen, EU kann Finanzkrise lösen

Die Belgier sind in Europa diejenigen, die am meisten an eine europäische Lösung der Finanz- und Wirtschaftskrise glauben. Das geht aus jüngsten Ergebnissen von Eurobarometer hervor, die die EU-Kommission bekannt gemacht hat.

Laut der von der Europäischen Kommission in Auftrag gegebenen öffentlichen Meinungsumfrage ist 36 Prozent der Belgier der Meinung, dass die EU am besten geeignet sei, um effektive Maßnahmen gegen die Finanz- und Wirtschaftskrise zu nehmen. Damit sind die Belgier in Europa diejenigen, die am meisten auf eine europäische Lösung setzen.

Zum Vergleich: In Tschechien findet nur 13 Prozent der Einwohner, dass die Europäische Union einen Ausweg aus der Krise finden könne, in Großbritannien ist das 9 Prozent. Die Tschechen sind vor allem überzeugt, dass die G20 die Krise am besten meistern könne, im Vereinigten Königreich glaubt man vor allem an die Kraft der eigenen Regierung.

Die Belgier sind außerdem überzeugt, dass eine Kontrolle der wichtigsten internationalen Transaktionen von Finanzgruppen durch die EU effizient im Kampf gegen die Krise wäre.

Insbesondere in Belgien, der Slowakei,  Zypern, Griechenland und Deutschland will man mehr Koordinierung zwischen den europäischen Ländern untereinander, um besser gegen die Krise vorgehen zu können. Auch sei eine Koordinierung zwischen den EU-Mitgliedstaaten in Sachen Wirtschafts- und Finanzpolitik notwendig, finden diese Länder und die Niederlande.

Daneben ist 82 Prozent der Belgier davon überzeugt, dass dringend Maßnahmen nötig seien, um die Staatsschulden zu drosseln und dass diese Maßnahmen keinesfalls aufgeschoben werden dürften.

Die Umfrage von Eurobarometer wurde vom Forschungsbüro TNS Dimarso im Auftrag der EU-Kommission realisiert.

Sie wurde zwischen dem 5. und dem 28. Mai 2010 in 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union durchgeführt sowie in den Kandidatenländern für eine Mitgliedschaft Kroatien, Mazedonien und Türkei und weiterhin auch in Island und im türkischen Teil von Zypern.

Insgesamt wurden 30.715 Menschen befragt, darunter 1.013 in Belgien.